Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 52 (1908)
- Issue
- Heft 1
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1908-01-01
- Page
- Seite 116 (sequence 5)
- Language
- German
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ii6 Besprechung. machte; sich Voll dem Bände der chnstlföh-theöiogiächerseits geläufigett Bfeurtdlüng des Jüdfefitüiils iti befmfetti t6il§ aber in det geringen Vertrautheit Uiit deth täihiüdischen SchHfttütn ühd delh י^־ Neiien Testament. Da aber im Prospekt den jüdischen Gelehrtes zügenifen Wird: »helft, Verbessert, Wir werden für j e d e Korrektur von Herzen dankbar sein,« so ist zu erwarten, daß die Übersetzer vielleicht äüch eine Korrektur in ihrer Beürteilühg dfes Judentums ih ihrfeh weiteren Arbeiten berücksichtigen werden. Zu dem Aussprüdhe R; Nathans in der letzten Mischnah von Berachöth »sie haben deine Thora zerstört, weil es Zeit war, für Gott zu wirken« bemerkt Fiebig: »Das soll wohl hfeißen: bisweilen hat thätl Vorschriften der Thörä übertreten, weil mäh nicht anders für Jahwe wirket! könnte. Elias opferte z. B. auf dein Karmel, was das Gesetz verbietet. (Die Juden beobachteten also die Tatsachen Wohl, erklärten sie sich aber anders als Wellhausen, d. h. im Rahmen ihrer Vorurteile).« Das Judentum als Religion im Gegensatz zum Christentum »Vorurteil« zu nennen,, ist nicht originell, das findet man z. B. auch in den Hetzschriften der Kölner Dominikaner aus der Pfefferkornzeit; Neu ist allerdings die Anwendung dieser Bezeichnung dort, wo es sich um einen Gegensatz zu einer Erklärung Wellhausens handelt. Vielleicht bezeichnet aber Fiebig als »Vorurteil« die Überzeugütig der Juden* daß die Satzungen der Thora nicht aufgehoben werden dürfen. In diesem Falle ist es befremdend, daß ein christlicher Theologe den ÄUSspruch J esu »sö länge Himmel und Erde nicht vergehen, wird kein Iota und kein Häckchen der Thofä vergehen« *) als »Vorurteil« bezeichnet. Wie tief muß aber dieses Vorurteil bei Jesus geWurzelt haben-, wenn er bei der Verkündigung des über Judäa liereiUbrechefideh Unglücks 1 * 3) seine Jünger auffordert, zu beten, daß ihre Flucht nicht am Sabbat soll erfolget! müssen? 8) Und ist nicht dieses ttefeikgewürielte »Vorurteil« der Grund dafür, daß Jesüs, trotzdem er allgemein deh Menschen über den Sabbat stellt, seine eigenen Säbbatentweihüngen h äl a cti i sch zu rechtfertigen sucht? 4 *) Jesus hat älso keinesfalls die »Säbbatkäsmstik« verworfen, ei* hat bloß das p h a r i S a i s c h e Prinzip »Lebensrettung verdrängt den Sabbat«6) in weitereih Sinne gefaßt. Wenn daher der Übersetzer 1) Ev. Matth. 5, 18; Ev. Luc. 16, 17. 3) Ibid; 24, 16 f. 3) Ibid. 20. Vgli Tanchuma 1 § מ&עי und die Parallelen bei Buber. 4) Ev. Matth; 12, 1—12; •EV. •Mate..26-,25 ,2־; Ev; Luc. 6, 3, 4. ö) Tosefta Sabbat 15, 16 (S. 134), Mechilia ed. Friedmann