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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1908-01-01 · Heft 1 · p. Seite 103

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
52 (1908)
Issue
Heft 1
Article
Staatsrat Stägemann
Date
1908-01-01
Page
Seite 103 (sequence 2)
Language
German
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Analekten. 103 Stigemann's Abneigung gegen die Juden ist um so merkwürdiger, als er in Berlin, namentlich aber in Wien, viel in jüdischen Kreisen verkehrte. In seinen eben veröffentlichten Briefen (Hedwig v. Olfers Bd. I. Berlin 1908) wird von jüdischen Bekannten in Berlin besonders eine Familie Friedländer genannt. Die David Friedländers kann es nicht sein, weil als Tochter des Hauses Ida erwähnt wird, die, soweit ich weiß, zu dieser kinderreichen Familie nicht gehört, auch deswegen nicht, weil es von der Familie heißt 1808 : »die Friedländersche Familie ist durch die Einquartierung völlig ruiniert«, eine Angabe, die, wenn sie auch noch so sehr übertreiben mag, auf die reiche und trotz der Kriegswirren reich gebliebene Familie nicht gedeutet werden kann. Von sonstigen Berliner Juden werden zwei Demoiselles (»zwei jüdische Kinder«) Marcus e genannt, »die man hier sehr lobt«; von einem Konzert, das bei ihr stattfand, berichtet Frau Stägemann 1814: »der beiden Marcusens komisches Duett sehr gut«. Viel häufiger als in Berlin werden in Wien jüdische Familien, besonders Frauen erwähnt. Manche derselben nahmen freilich später das Christentum an, damals 1814 während des Wiener Kongresses gehörten sie aber noch zum Judentum. Es sind fast lauter Frauen, die aus Berlin stammen, durch Geist, Schönheit, teilweise auch durch Reichtum berühmt: die Komtesse Fries, Frau von Frohberg, hauptsächlich die Damen Arnstein, Eskeles, Pereyra, — die letzteren drei ständig in Wien — und Marianne Saaling, die, wie bekannt, während des Wiener Kongresses ihre höchste Glanzzeit hatte. Stägemann bewegte sich in den Häusern Arnstein und Eskeles wie ein Kind vom Hause. Er wurde täglich erwartet und erschien wenigstens sehr oft. Einmal charakterisiert er den ganzen Kreis so-: »Wenn ich nicht im. Schauspiel bin, bin ich abends im Arnstein —- oder im Eskeles’schen Hause, ln dem ersten sind junge Frauenzimmer: die sonst in Berlin berühmte schöne Saaling,

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