Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 52 (1908)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Die Vorarbeiten für die badische Judengesetzgebung in den Edikten 1807 - 1809
- Date
- 1908-01-01
- Page
- Seite 85 (sequence 20)
- Language
- German
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Die Vorarbeiten für die badische Judengesetzgebung. 85 etwas »zum Besten der gemeinen Judenschaft tun« will. Die Steuern sollten apf di$ Person gelebt und. wie bei de*n Christen in Niederschlesien in 3 Klassen erhoben werden : Xoleranz-Impost, Personal-Accise und Nahrungssteuer. Wie man sich wohl bewußt ist, daß ebgn^owohl’betreffs, des Ackerbaues wie der ScHulen die christl. Bevölkerung die Juden zurückweist und doch den Juden das zur Last legt, zeigen die Berichte der Ämter Rastatt vom 14. Sept 1800 und Stein vom '8. Jan.' 1§01. Das erste will die;' wenigen, jtidisehen Kinder in die öffentlichen Schulen aufnehmem Dagegen spricht es sich gegen den Gütererwerb''aus. Die Christen wollen solche Gleichstellung: nicht. Die Juden halten den Ackerbau für ein verächtliches Geschäft. (?) »Ihre Meinung »von ihrem großen Vorzug gegen die Goye und andere »Religionsverwandte ist be k ahnt:11 c h mit ihren'Religions~ »begriffen noch so sehr verwoben, daß sie noch wirklich »aus dem Grunde glauben, als könnten die Juden mit den »Weibern der Christen keinen Ehebund treiben, weil die »Christen als ein verworfenes Volk zur Ehe unwürdig sein »sollen.« Nun war aber vor 1807 eine Eheschließung zwischen Juden und Christen / staatsgesetzlich nicht gestattet Das Oberamt Stein stellt sich auf den Standpunkt, daß» die dortigen Juden, von denen der Reichste 800 Gulden besitzt, nicht in die christliche Schule kommen können, solange sie nicht von den strengen Religionsgebräuchen abgehen, denn bis ins 14. Jahr haben sie soviel Unterricht in hebräischer Sprache und Religion, daß sie zu anderem keine Zeit finden. Jedoch haben sie separaten Unterricht im Deutschen auf eigene Kosten, wie er bei der Schutzannahme zur Bedingung gemacht wird. Dje christl. Einwohnerschaft wird die Judenkinder nicht in der Schule dulden. Der größte Teil der Juden wohnt auf der Seite von Königsbach, die der Andreischen Vogts-Herrschaft untersteht. Darum soll man ihnen weder Güternoch Häuserkauf gestatten. Auch würde es Schlägereien geben, wenn die