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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1908-01-01 · Heft 1 · p. Seite 69

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
52 (1908)
Issue
Heft 1
Article
Die Vorarbeiten für die badische Judengesetzgebung in den Edikten 1807 - 1809
Date
1908-01-01
Page
Seite 69 (sequence 4)
Language
German
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Die Vorarbeiten für die badische Judengesetzgebung. 69 zehnte Jahr unterrichten sollen. In diesem Alter werden sie nämlich bei den Juden »sui juris« (selbständig). Häufiges Fehlen solle bestraft werden. Später werden geeignete Judenlehrer sich heranbilden — deren es zur Zeit nicht gibt. Für die Mädchen wollen die Juden keine Schulen. Die weiblichen Handarbeiten werden von allen gelernt; da Unkenntnis.derselben Mißachtung bei den Glaubensgenossen nach sich zieht. Der Religionsunterricht verbraucht viel Zeit und wird nach den »absurdesten Methoden« erteilt. Am 24. März 1775 hatte der Höfrat dieses Übereinkommen milden christlichen Lehrern für alle Knaben vom siebenten Jahre ab genehmigt und diesen Kindern freigestellt, die ökonomische Schule zu besuchen. Die Mädchen sollten eine Probe im Nähen und Stricken bestehen. Die es nicht gut machen, müssen in diese Schule. Trotz mancher Beschwerden die »einesteils aus Bigötisme anderenteils aus der Furcht« entstanden, es würden zu viele in den Schutz genommen werden, hatten diese Schulen in Emmendingen (und Niederemmendingen) und. Eichstetten, mit tüchtigen jüd. Lehrern wie in lhringen, wo der Schullehrer in Nebenstunden unterrichtete, guten Fortgang. Berichte aus 1781 und 1788 sprechen sich sehr günstig aus. 1778 wurde vom Landrabbiner in Karlsruhe der Psalter statt des Sirach als Lesebuch vorgeschlagen. Fortan verheißen Juden, die in den Schutz genommen werden wollen, ihre Kinder deutsch lesen und schreiben lernen zu lassen1). Diese Vorbereitung zu allerlei nützlichen Beschäftigungen, welche auch Kaiser Josefs Verordnung anregt, hat, wie es scheint, 1782 schon im ganzen Lande als »teutsehe Les-, Schreib- und Rechnenschule« Boden gewonnen. Von ihren Wirkungen erzählt Tittel, daß Judenburschen schon Zugang zur Realschule, einige zu den öffentlichen Lektionen über Naturhistorie oder anderen ihnen nützlichen Wissenschaften gestattet worden und für die Mädchen ]) So 1787 Braunschweig in Loerrach und Israel in Eichsteften.

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