Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 52 (1908)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Die Vorarbeiten für die badische Judengesetzgebung in den Edikten 1807 - 1809
- Date
- 1908-01-01
- Page
- Seite 67 (sequence 2)
- Language
- German
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Die Vorarbeiten für die badische Judengesetzgebung. 67 um das Land wohlverdient gemacht hat, Goethes Schwager1), hatte schon am 18. Februar 1775 von Arntswegen die Vorsteher der vier Gemeinden des Oberarnts Hochberg wegen des Jugendunterrichtes vernommen. Diese waren bereit, ihre Kinder etwas lernen zu lassen. Aber eigene Schulen könnten sie nicht errichten — die Armut der Juden wird amtlich bestätigt2). So wünschten sie, daß der christliche Lehrer den Unterricht erteile, ohne daß ihre Kinder die Schule besuchen, »als welches ihnen wegen der Unart der christlichen Jungen zu gefährlich schiene.« Die Lehrer wollten, da die Juden, außer vielleicht in Emmen״ dingen, ihrer geringen Zahl wegen eigene Lehrer nicht haben können, von ihrer wenigen freien Zeit täglich 1 Stunde den jüdischen Kindern widmen. Zuerst sollten alle zu der״ selben Zeit schreiben, um darin Fertigkeit zu bekommen. Während sie so beschäftigt seien, sehe der Lehrer das durch, was in der vorigen Stunde und zu Hause geschrieben worden sei. Dann rechnen alle dasselbe Exempel. Der Lehrer sage nur das Facit an. In der nächsten Stunde geben die Kinder an, welche Fehler sie gemacht haben. So, meinen sie, werde ein fleissiger Mann in etlichen Jahren die 5 Species, die Regel de tri, auch Briefe lehren. Für die Stunde werden 3 oder 4 Kreuzer gefördert. Aber das ließe sich nur so machen, daß der Lehrer von den Gemeinden bezahlt werde (56״״״ fl. monatlich), und׳ diese es repartieren, da die Armen nichts zahlen könnten: Die Juden erhoffen, daß dieser Unterricht ihnen die Gunst des Fürsten zuwenden werde. Dagegen wendet sich selbst Schlosser: »Aber der »Gedanke, daß durch diese Schuleinrichtung die Juden- *) Hochberg. Juden Sache, die Errichtung einer deutschen Sch reib-, Rechnungs- und Les-Schule. 1775—83. Gi L. A. 2)Schlosser empfiehlt zur selben Zeit die Aufnahme eines Juden aus Thieiigen nach ihrihgeti> damit ein: etwas Vermöghcher zu. d«&1׳ Ärmenläst'ett'• bfei'tragfe/.. 5*