Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 52 (1908)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Josef Kohlers Darstellung des talmudischen Rechtes
- Date
- 1908-01-01
- Page
- Seite 52 (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
- article
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52 Josef Köhlers Darstellung des talmudischen Rechtes. In der betreffenden Stelle wird bloß gesagt, daß R. Simon b. Lakisch eine bestimmte Wortanalogie nicht anwendet (weil sie ihm nicht tiberliefert wurde). Denn daß ein Talmudlehrer die Wortanalogie p r i n z i p i e 11 ablehnt, kann ja unmöglich gesagt werden. Wie aber Köhler in Schebuoth 34b (726) einen Beleg für diese seine Behauptung finden kann, ist vollends unbegreiflich, Daraus, daß die Amoräer sich anstrengen, zu erklären, warum die Westländer über die Anwendung einer bestimmten Wortanalogie gespöttelt, geht doch deutlich hervor, daß die Ablehnung einer Wortanalogie nicht ohne triftige Gründe zu geschehen pflegte•. Ungenügend ist: »obgleich sie n i c ht s eit e n: yprkomint.« Im babylonischen Talmud allein beträgt die Zahl der Wprtanalpgien bei .4QQ1). Früher zitiert Köhler aus Baba bathra 13p b (1281): »die ganze Gesetzeskunde besteht ja aus Vergleichungen.« Das Ist wohl die wp rtj jch e. Übersetzung der Stelle, aber sachlich unmöglich. Der Satz ■ כל המודה כוי^ה ד$ויי s?m nb מדמינן ist richtig übersetzt: in der ganzen Gesetzeskunde wird ja die Vergleichung an g e w e n d e t. — Über die Stellvertretung, die im talmudisphem Recht eine so wichtige Stellung einnimmt, sagt;;Köhler;. »Die Stellvertretung ist bereits richtig erkannt, denn es wird gesagt . ... . (folgen einige Beispiele)«2). Aus diese r Darstellung kann nicht die volle Bedeutung der Stellvertretung im Talmudrecht erkannt werden. Z^yar ist die Mangelhaftigkeit der Darstellung dadurch zu p|ktärprt, daß die wichtigsten Bestimmungen über Stell- Vertretung gerade, in den npch unübersetzten Traktaten Vorkommen, aber der Kardinalsatz der Stellvertretung: »D e r B e v ö 11 m ä c h t i g t e eines Menschen ist *) Vgl. Schwanz, Die hermeneutische Analogie, S. 87. a) S. 10.