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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1908-01-01 · Heft 1 · p. Seite 49

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
52 (1908)
Issue
Heft 1
Article
Josef Kohlers Darstellung des talmudischen Rechtes
Date
1908-01-01
Page
Seite 49 (sequence 13)
Language
German
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Josef Köhlers Darstellung des talmudischen Rechtes. 49 Sprüchen zu dürfen? In derselben Stelle heißt es weiter: »Wenn von jemandem eine Schuld von tausend Zuz gefordert wird, und er in eine Stola im Werte von hundert Minen gekleidet ist, so zieht man ihm diese aus (seih wenn er sonst die Forderung nicht decken kann) und bekleidet ihn mit einer ihm (seinem Stande) angemessenen Stola. Aber im Namen R. Ismaels und R. Akibas ist überliefert: alle Israeliten sind würdig einer solchen Stola1) (scij. im Werte Y0n hundert Minen).« Dieser letztere Satz wird mit dem S^tze: »alle jsraejitep sind {Cönigsscihne« identifiziert?). Da? ist doch deutlich genug. Auch ^us Sah־־ bath 67 a und der Ercjrferupg daselbst 128 a ist deutlich dieselbe Auffassung des fraglichen Satzes zu ersehen. Baba katnrna 79 b (286) wird die Tatsache, daß die Thora den Dieb strenger bestraft als den Räuber, dadurch erklärt, daß der Räuber Gott dem Menschen wenigstens gleichstellt, während der Dieb, obwohl vor Menschen sich fürchtend» Gott picht fürchtet, Gott npch geringer schätzt als die Menschen. Pa?u bringt R. Meir folgendes Gleichnis: Wenn Y0n zwei Veranstaltern eines Gastmahls der eine weder die Bürger der Stadt, noch die Söhne des Königs, der andere hingegen wohl die Bürger, nicht aber des Königs Söhne einlädt, so ist doch wohl die Strafe des letzteren eine größere. Aü$ diesem Gleichnis leitet nun Köhler ab, daß nach talmudi sehe mR echt: »Wer zu einem Gastmahl die Söhne des Königs nicht einlädt, sondern nur sonstige Bürger der Stadt, verdient Strafe, und zypr mehr npfh, als wenn er auch die Bürger der Stadt nicht eingeladen hätte, weil dies offenbar als Geringschätzung gilt«. Daß diese Ableitung ungerechtfertigt ist, ist nicht ■כל ישראל יאמן לאותה איצפלא 0 *) Auf Grund dieses Satzes sagt Abaji, daß R. Ismael und R. Akiba den Grundsatz R. Simons anerkennen: alle Israeliten sind Königssöhne. Monatsschrift, 52. Jahrgang. 4

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