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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1908-01-01 · Heft 1 · p. Seite 40

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
52 (1908)
Issue
Heft 1
Article
Josef Kohlers Darstellung des talmudischen Rechtes
Date
1908-01-01
Page
Seite 40 (sequence 4)
Language
German
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40 josef Köhlers Darstellung des talmudischen Rechtes. wie. sie zur Lesung des Urtextes nötig wäre«, nicht zu besitzen behauptet1). Dazu kommt eine Anzahl einzelner Mißverständnisse. Es werden zuweilen Ansichten einzelner Lehrer hervor״ gehoben, ohne daß die gegenteilige, r e z i p i e r t e Ansicht der Mehrheit auch nur miterwähnt wird. In anderen Fällen beruhen die Angaben auf einer irrigen Auffassung der betreffenden Talmudstellen, wofür freilich nicht immer der Verfasser verantworlich ist, da er der Ü b e rs e t z u n g folgt. Bedenkt man aber, welche Schwierigkeiten ein Nichttalmudist bei der Behandlung talmudischer Stoffe und besonders bei einer Bearbeitung des talmudischen Rechtes zu überwinden hat, so wird man in Rücksicht auf die Größe der G e s a m 11 e i s t u n g die einzelnen Mängel nicht allzu hoch anschlagen dürfen. »Gleichwohl«—schreibt Köhler als Erklärung, warum er nicht die vollständige Übersetzung des Talmuds abgewartet — »glaubte ich mich der Aufgabe unterziehen zu müssen undhabe so viel wie möglich versucht, den Gedankengängen der Amoräer nachzugehen und sie in die Ideenwelt unseres Rechtssystems umzusetzen. Wenn mir dabei einzelne Mißverständnisse zur Last fallen, so haben diese keine Bedeutung gegenüber dem großen Ergebnis, ein so wichtiges Kulturrecht in den Bereich der heutigen rechtsvergleichenden Wissenschaft gezogen zu haben.« Dies muß rückhaltlos anerkannt werden. Aber gerade deshalb, weil Köhlers Darstellung des talmudischen Rechtes wegen der eigenen Bedeutung und der Autorität des Verfassers bestimmt ist, in der rechtsvergleichenden Wissenschaft eine maßgebende Quelle zu werden, ist es im Interesse derr Wissenschaft geboten, die einzelnen Miß- Verständnisse zu berichtigen. Was der Zweck dieses Aufsatzes ist.; 1I »Ich muß die Darstellung des Famili enr ech t es bis nach Erscheinen jener Teile verschieben,« sagt Köhler.

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