Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 52 (1908)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Die bibelwissenschaftliche Literatur der letzten Jahre
- Date
- 1908-01-01
- Page
- Seite 33 (sequence 13)
- Language
- German
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Die bibelwissenschaftliche Literatur der letzten Jahre. 33 daher einen Kampf auf Tod und Leben gegen den Polytheismus führte. InBabel sollen die Unwissenden den Monotheismus gar nicht haben. In Israel dagegen waren die Begriffe Polytheist und Nichtisraelit völlig identisch. Der babylonische Astralgott hatte nichts gemein mit Herzensfrömmigkeit; er konnte dem nach Gott sich sehnenden Gemüte nicht nähertreten. Der israelitische Gott dagegen weilt nicht in, sondern über den Sternen und tritt zu jedem Einzelnen in ein nahes Verhältnis. Endlich waren die babylonischen Götter, weil astral, als hinter den Naturkräften stehend, in der Gesetzmäßigkeit der Sterne sich offenbarend vorgestellt, daher konnten sie denn auch keine ethischen Mächte werden. Israels Gott dagegen war eine rein geistige, unabhängige, im Kerne seines’ Wesens ethische Persönlichkeit, eine Verkörperung des sittlichen' Gedankens. Daher herrschte nur in seiner Mitte »ethischer Monotheismus«. Angesichts der diametralen Grundverschiedenheit dieser beiden Gottesvostellungen betont B ä nt s c h mit Recht die Lächerlichkeit der Babel-Bibel-Rufer, welche einen historischen Zusammenhang zwischen israelitischem und babylonischem Monotheismus behaupten. Im besten Falle könnte von einer Fort- oder Umbildung durch Moses die Rede sein; einen solchen Zusammenhang gibt Bäntsch im beschränkten Maße auch zu und meint, die jüdische Tradition lehre dies in erster Linie, indem sie Abraham von Babel herleitet, ihn zwar zum Monotheisten stempelt, aber ihn nur einen abstrakten Elohim, einen אל שדי, aber nicht den spezifisch-jüdischen, mosaischen Gott verehren läßt. Abrahams Beziehungen zu den beiden Kultstätten des obersten orientalischen Mondgottes Sin, Ür Kasdim und Haran, beweisen nach Bäntsch, daß Abraham eine Art des baby- Ionischen Monotheismus kannte, der mit dem kananäischen El eljon des Malkizedek und mit dem אל אלדד ם אל אלני Monatsschrift 52. Jahrgang:. 3