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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1908-01-01 · Heft 1 · p. Seite 30

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
52 (1908)
Issue
Heft 1
Article
Die bibelwissenschaftliche Literatur der letzten Jahre
Date
1908-01-01
Page
Seite 30 (sequence 10)
Language
German
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30 Die bibelwissenschaftliche Literatur der letzten Jahre. Tatsachen ins Licht gerückt zu haben, die von der Religionsgeschichte in Betracht gezogen werden müssen, und deren vorurteilslose Berücksichtigung eine grundsätzliehe Änderung der bisherigen Anschauung bedeutet und vor allem eine wirkliche Erk 1 ärung der me rkwürdigen Tatsache darbietet, daß gerade der Gott des Sinai der alleinige Gott des Himmels und der Erde geworden ist, ermöglicht. Er untersucht zu diesem Zwecke das gesamte hierfür in Betracht kommende keilinschriftliche Material und findet, was zuerst die babylonische Volks- und Nationalreligion angeht, daß in all den unzähligen Hymnen, trotz der Herausstreichung des höchsten Gottes, dennoch der krasseste Polytheismus die größte Rolle darin spielt. Denn das höchse Lob dieses höchsten Gottes besteht eben nur darin, daß er der h ö c h st e aller Götter ist. Daneben erhält aber jeder Gott dort, wo er die Hegemonie hat, dieselben Attribute und Auszeichnungen, wie der allerhöchste Rivale. Ja selbst der betreffs des geläuterten Gottesbegriffes hervorragendste Hymnus an den Mondgott Sin (Zimmern־ AO. VII 3, 11) schließt mit den Sätzen »deine geliebte Gemahlin die Göttin Aja,; . . der Held, Sama§, dein geliebter Sohn« usw. Genau so verhält es sich mit dem berühmten Nebo-Hymnus (KAT.3, 182), In allem diesem zweifellos höherem Aufstreben nach der dunkel geahnten Wahrheit liegt keine Spur von wirklicher Reaktion gegen den Polytheismus. Es hat eben in Babylon nicht e i n e n :summus deus, sondern viele summi dii, ja in jeder Stadt war schließlich ihr Lokalgott der summus deus. Ein geistesmächtiger Prophet mit monotheistischer Verkündigung hätte in diesen Hymnen Anknüpfungspunkte gefunden. S 01 che Pr op heten h at a b e r wed er Baby 10 n no c h Assur j e m a 1 s b esessen.' Und was die Religion der »Frommen« in Babylon, deren Erzeugnisse die Bußpsalmen sind, betrifft, so sind

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