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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1908-01-01 · Heft 1 · p. Seite 18

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
52 (1908)
Issue
Heft 1
Article
Die Satire in der jüdischen Literatur
Date
1908-01-01
Page
Seite 18 (sequence 18)
Language
German
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18 Die Satire in der• jüdischen Literatur. die zweite Szene des ersten Aktes des S h a k e s p ear i s c h e n Dramas ״Richard der ■Dritte.“ Die Prinzessin Anna wirft sich in der tiefsten Trauer um ihren Gatten und um ihren Schwiegervater Heinrich den Sechsten an der Bahre des letzteren dem Herzog von Gloster, der als der Mörder Beider galt, liebend an den Hals. Juda b e n Isaak IbnSabbatai, ein jüngerer Zeitgenosse des vorher genannten und wahrscheinlich ebenfalls Arzt in Barcelona, war ein Meister der Makamen, die er dem arabischen Dichter H a r i r i (1054■—1122) oder vielleicht dem G h arisi (s. weiter) nachgeahmt hat. In seiner Schrift ״Der Kampf der Weisheit mit dem Reichtum“ schildert er den Wettstreit beider um den Vorrang, der von den Richtern, denen er unterbreitet wurde, durch das Urteil geschlichtet worden ist, daß beide auf einander angewiesen sind und sich daher vertragen sollen (מלחמת החכמה והעשר, ed. Konstänt. 1543; vgl. Geiger, Nachgelassene Schriften Eli, p. 238). Diese Schrift enthält manche satirische Seitenhiebe auf die Reichen, die, auf ihren vergänglichenBesitz hochmütig pochend, die Wissenschaft und damit die idealen Güter nicht nach Gebühr würdigen. An sie sind die folgenden Verse gerichtet, deren witzige Pointe nur in der hebräischen Spräche hervortritt : אם ימות נכר היחיה? ואחרי נמכר גאולה תהיה לו? לא אחד מאחיו יגאלנו, זהב לא יצילנו. וכבא שמשו יניח כל רכושו לאכזר/ ומי שהחשיך לו נדרך נותן כיסו לנכרי (vgl. Sabbat 153a. Dukes, Rabb. Blumenlese, p. 50). Seine Schrift ״der Weiberfeind“ die er 1208 im Älter von 20 Jahren in der Form von Makamen verfaßt hat, ist eine spezielle Satire auf die Frauen (מנחת יהודה שונא הנשים, von neuem ediert in טעם זקנים, deutsch übersetzt von t. Stein in der Zeitschrift ״Der Freitagabend“, Frankfurt ä, M. 1859 und eingehend besprochen von Halberstam in Kobaks Jeschurun VII. hebr. Abt.). Auch in dieser Schrift wird ein Wettstreit zwischen dem starken, männliehen und dem schwächen, weiblichen Geschlechte ge-

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