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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1908-01-01 · Heft 1 · p. Seite 16

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
52 (1908)
Issue
Heft 1
Article
Die Satire in der jüdischen Literatur
Date
1908-01-01
Page
Seite 16 (sequence 16)
Language
German
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16 Die Satire in der jüdischen Literatur. und ihm zum Wohlgefallen zu leben, denn die Tugend findet ihren Entgelt auf Erden und in der andern Welt. Darauf beginnt die Unterhaltung des Ascher ben Jehuda mit seinen Freunden, deren jeder im fröhlichen Kreise etwas von seinen Erlebnissen zum Besten gab. Ascher, der Held der Dichtung, eröffnet den Reigen mit der Schilderung der Liebesabenteuer seiner Jugend. Er erzählte, wie toll er es getrieben hat, und wie er allen Schürzen nachgelaufen ist, wie er sich einmal in die schöne Dame eines Harems, die er übrigens gar nicht gesehen, sondern deren Liebesbriefchen er gelesen hat, sterblich verliebte. Er schildert die schlauen Mittel, die er angewandt hat, um in das Innere des Harems zu gelangen, ohne jedoch die gesuchte Schöne zu finden, und schließt damit, daß. er den Inhaber des Harems, einen häßlichen, gräulichen Greis kennen gelernt hat, mit dem er mehrere Tage und Nächte nach einander zechte und im Weinrausche dessen Tochter heiratete, die wahrscheinlich das getreue Ebenbild ihres Vaters war. Diese Erzählung, in der Ascher ben J e h u d a die Rolle eines Don Juan spielt, ist voller Humor und liest sich mit der Schilderung der verschiedenen komischen Situationen und Verwandlungen der Personen wie eine Geschichte aus ״Tausend und eine Nacht“. Das Gedicht, so weit es bekannt ist, ist ein Fragment, überdessen Tendenz: wir nicht urteilen können, aber nach seiner Anlage scheint es eine Satire auf den Leichtsinn der Jugend zu sein, die in den törichten Liebeständeleien das ideale Ziel verfehlt, nach dem sie streben sollte. Joseph ben Meier Ibn Sabara, der in der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts, wahrscheinlich in Barcelona, als Arzt gelebt hat, hat unter anderen Werken auch einen moralisch-satirischen Roman unter dem Titel ״Buch der Unterhaltung“ verfaßt (ספר שעשועים ediert in יין לבנון, Paris 1866, teilweise übersetzt von A. Sulzbach in seinen ״Dichter-

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