Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 52 (1908)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Die Satire in der jüdischen Literatur
- Date
- 1908-01-01
- Page
- Seite 15 (sequence 15)
- Language
- German
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Die Satire in der jüdischen Literatur. 15 Hat kaum noch ,nen Schein, Und die Leute am Ort, Sie alle sind fort; Wer etwa noch dort, Wird auch nicht viel sein. Bin ich nicht mehr da, Dann setz׳ ich ein A An den Namen am Ain (עמורה für מורה). Tiefe Wehmut zieht durch sein Gedicht, das mit dem herben Wort beginnt: נדוד הסיר »וני והבהיל רעיוני, »Meine Kraft ist hin, verwirrt mein Sinn. Die Wanderschaft hat sie entrafft« (Übersetzt von Kämpf, Nichtandalusische Poesie andalusischer Dichter p. 228). In diesem Gedichte wehrte er heftig die Angriffe ab, die einige Gelehrte gegen ihn, als er in Italien weilte, gerichtet hatten, lbn Esra nannte einen י derselben, den Griechen Simei eine Heuschrecke, einen Heuchler, dessen Namen seinem Zahlenwerte nach »Greuel« bedeute (שקוץ .שמעי יוני) und kanzelte einen andern berühmten Talmudgelehrten R. Isaak (b. Malkizedek?) wie einen Schulbuben ab. Das ist keine Satire mehr, sondern ein Pamphlet. Einen grellen Kontrast zu I b n E s r a bietet sein Zeitgenösse Salomo lbn Zikbel, ein Verwandter des Dichters Joseph b. Jakob Ibn Sahal aus Gordova, der mit Abraham lbn E s r a korrespondiert hat. Salomo stand dem letzteren vielleicht in der tiefen Erfassung der hebräischen Sprache nach, aber er wandte sie nicht minder geschickt an. Er war kein gelehrter Rabbi, aber ein lebens* lustiger Dichter, der Verfasser der köstlichen Makamen, die mit den Worten beginnen: »Ascher b. Jehuda spricht« (Charisi, Tachkemoni 3. Pf.). Ein Teil dieser Makamen, sicherlich der Anfang, wurde vor längerer Zeit ediert (von J. H. Schor, Chaluz 1856, p, 154, v. Kämpf a. a. O. p. 195). Das Gedicht wird mit einer salbungsvollen Ermahnung Tachkemonis eingeleitet, in allem an Gott zu denken