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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1908-01-01 · Heft 1 · p. Seite 8

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
52 (1908)
Issue
Heft 1
Article
Die Satire in der jüdischen Literatur
Date
1908-01-01
Page
Seite 8 (sequence 8)
Language
German
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8 Die Satire in der jüdischen Literatur. Weibchen hat mir geglaubt, was ich ihm von meiner StäTke sagte, und war darüber glückselig«. III. , Im Talmud wie in den späteren Midraschim finden sich zahlreiche satirisch angelegte Gleichnisse und Sentenzen und manche direkte Satiren. Bekannt ist das Spottgedicht des R. Simon bar K app ara, das er Bär Eleasar, dem beschränkten Schwiegersöhne des Patriarchen R. J uda ha-Nasi bei einer fröhlichen Zusammenkunft soüfliert hat (Jer. Moöd katon, HI), und in dem Graetz (Gesch. IV, S. 215) eine Satire auf die Hauptsklavin erkannte, die im Hause des genannten Patriarchen ein strenges Regiment geführt hat. Es lautet in der Übersetzung, wie folgt: Hoch schaut ihr Aug’ vom Himmel Man hört ihr stetes Getümmel, Sie flieh’n beschwingte Wesen, Sie scheucht die Jugend zurück, Auch Greise bannt ihr Blick; Es ruft 0, 0! wer flieht, Und wer in ihr Netz geriet^ Kann nie von der Sünde genesen, R. Josua ben L e w i, ein bedeutender palästinensischer Haggadist (1. Hälfte des 3. Jahrh. n. Chr.), bekannt wegen seiner Schilderung der Unterwelt, die wohl die älteste Divina Commedia ist, weilte einmal in Rom. Hier gewahrte er mit Staunen den grellen Kontrast, der daselbst zwischen dem äußeren Glanze der die Welt beherrschenden Stadt und der Not der unteren Volksschichten zu Tage trat. Er sah eine mit schönen Decken zum Schutze vor der Witterung sorgfältig verhüllte Götterstatue, neben der ein mit zerfetzten Lumpen aufs dürftigste bekleideter Bettler kauerte. Es ist doch seltsam, mochte er sich denken, daß die Römer ihre Götter beschützen und ihre Nebenmenschen verkümmern lassen, während die Juden in Gott ihren Schutz suchen

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