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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1907-01-01 · Heft 1 · p. Seite 82

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
51 (1907)
Issue
Heft 1
Article
Michael Servet in seinen Beziehungen zum Judentum
Date
1907-01-01
Page
Seite 82 (sequence 6)
Language
German
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B2 Michael Servet in seinen Beziehungen zum Judentum. in den zahlreichen Anmerkungen, mit denen er den Tex begleitete, eine wertvolle Vorarbeit für die Wissenschaft der vergleichenden Geographie geliefert1). Daß ein Mann von so ausgedehnten wissenschaftlichen Interessen auch an dem jüdischen Schrifttum nicht achtlos vorübergegangen ist, wird uns umso begreiflicher erscheinen, als er aus diesem Schrifttum mannigfache Anregung schöpfen konnte, die ihm in dem schweren Kampfe für seine religiöse Überzeugung nicht ohne Förderung gewesen ist. 1 Die Grundtendenz, die sich durch die ganze theolo- \ gische Schriftstellerei Michael Servets, von ihren ersten | Anfängen bis zu seinem theologischen Hauptwerk, gleich- ן mäßig hindurchzieht und um derentwillen er zum Märtyrer \ seiner Überzeugung geworden ist, ist sein scharf ausgei prägter An ti t ri ni tarismu s. Er glaubt die kirchlich | sanktionirte Lehre von der Trinität verwerfen zu müssen, 1j weil er sie ebenso mit der menschlichen Vernunft, wie mit dem Wortlaut der Schrift für unvereinbar hält. Die Lehre von den drei Hypostasen oder den drei Personen in Gott, 1541 veröffentlichten Geographia universalis an den Bischof von Basel, Philipp von Gundelsheim: Multa fugerunt hunc bonum virum (Pirckheimer), quae post eum deprehendit oculatissimus Michael Villanovanus (d. i. Servet), qui non poenitendas vigilias locavit in Ptolemaeum, emendando corrupta, explicando retrusa et scholiis illustrando obscuriora, In der Vorrede des Petrus Montanus zu der von Gerardus Mercatör vorbereiteten und Frankfurt 1605 erschienenen Ausgabe des Ptolemaeus heißt es : Tertia editio est ex versione quidem Bilibaldi Pirkeymeri sed a Michaele Villanovano ad graeca et prisca exemplaria recognita et Lugduni anno 1535 impressa, quae cum in numeris frequenter a duabus praecedentibus differat et fidelius excusa sit, quam ut typographi oscitantiae id imputari possit, non dubium, quin a diversi generis exemplari graeco ad latinos traducta cif, *) Tollin in der Zeitschrift der Gesellsch. für Erdkunde 1875. Als Curiosum sei bemerkt, daß einer der von Calvin gegen ihn erhobenen Anklagepunkte sich darauf gründet, daß er in dieser Ptolemaeusausgabe Palästina im Widerspruch mit der Schrift als ein unfruchtbares Land bezeichnet habe.

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