Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 51 (1907)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Die Kaufmann'sche Mischna-Handschrift
- Date
- 1907-01-01
- Page
- Seite 59 (sequence 6)
- Language
- German
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Die Kaufmann’sche Misc'n na-Handschrift. 59 nach dem in seinen Zeiten oder in seinem Lande gangbaren Texte modeln wollte, j'ebam. 10, 2 liest der Punktator ייפה כח im Piel, wahrscheinlich ist aber trotz des doppelten Jod eine Kai-Form gemeint, vgl. T. Kethubb. 2,1, p. 261, Z. 27, und p. 262, Z. 2.4. 5. 7 stets ייפה, Z. 8 auf einmal יפה, also ist die Kalform1) gemeint; vgl. M. Keth. 8,4 in K. und L. ייפה, Agg. יפה. In dem Fremdworte ענבול Nasir 6, 2 hat der Punktator das Vav gestrichen, aber auch hier beweist L. die Richtigkeit der ursprünglichen Schreibart 2ענבול). In Kidd. 3, 4 gibt sich der Punktator geradezu eine Blöße; die Agg. haben ינחלו, L. הנחלו, K. התחלו Hofal, und der Punktator macht daraus zwei Wörter הונחלו! Derart dürfte auch sein Pea 3, 3 כרם המדל, nach Maimüni המדל zu lesen (s. Friedmann *) Vgl. M. Kethub. 11, 5, Agg. W. u. Neapel שפיחת (Piel!), Jer., K. u. L. שפחת (Kal). 2) Gilt. 1, 5 K. עותר, nach עתר punktiert, wie in L. steht. קורבנות Menach. 8, 1, wo der Punktator das •ו streicht. Andere Beispiele siehe weiter unten bei dem Namen des Traktates ערלה עורלה. Die richtige Aussprache von Wörtern wie ערלה ,קרבן ,עתר kann nicht zweifelhaft sein, es ist also unrichtig für עתכי Outhnai oder gar Outheni (Neubauer, Geogr. du Talm. p. 56), A w t h a n a i (Lewy III, 631) Avthanai (Jastrow 1060) zu schreiben. All’ den Genannten ist es entgangen, daß עתני ein biblischer Name ist (I. Chron. 26, 7; in SeptuagintaO&vt,), der wol auch mit dem Namen עתניאל (Sept.Fö9׳-ov&71X) zusammenhängt; vgl. schon Gesenius, Handwörterbuch, 13. Aufl., s. v. עתר« Sowol durch I. Chron. 4, 13; 27, 15, als durch Jos. 15, 17, Richter 1, 13; 3, 9. 11 werden wir in eine südjudäische Landschaft verwiesen; aber das בפר עתר der talmudischen Quellen liegt nach T. Gittin 7, 9 p. 331, Z. 29 u. 31 u. j. Baba M. 7 Ende f. 11 c in Galiläa, u. z., wie ib: ersichtlich, auf der Heerstrasse, die von Galiläa nach Judäa führt. Damit stimmt, daß das Dorf neben Sepphoris genannt wird (T. Bechoroth 7, 2, p. 541, Z. 38; in j. Challa 4 f. 59 d, Z. 58 בפר בכותני corrumpiert). Vgl. M. Gitt. 7, 8 (K. u. L. auch hier עתר, Agg. "עותכא, wo die Endung auf -aj sicherlich nach Analogie der verwandten Wörter gebildet ist), T. Gitt. 1, 4, p. 323, Z. 29 (vorher Orte in Galiläa). Die Zusammenstellung mit כפר ביש (Levy a. a. O., vgl. Kohut VI, 179 s. v. עוים) ist haggadische Manier und verdient keine Beachtung.