Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 51 (1907)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Die Kaufmann'sche Mischna-Handschrift
- Date
- 1907-01-01
- Page
- Seite 56 (sequence 3)
- Language
- German
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56 Die Kaufmann’sche 'Mischn a-Handschrift. besserungen deutlich sehen, daß eine italienische und eine deutsche Hand beteiligt waren. 1. Punktation. Obzwar also der Punktation des Codexnicht viel Wert beizumessen ist, so verlohnt es sich dennoch diese Punktation in einigen Zügen zu charakterisieren. Die Buchstaben בגד כפת, erhalten wenn sie aspiriert gesprochen werden sollen, immer den roi-Strich1). Nichtohne Interesse ist es, daß der p’DD-Punkt stets unterdenbetreffendenBuchstaben gesetzt ist, nicht in dessen Mitte, z. B. בתה ihre Tochter, M. Sanh. 9, l2)!לך Jebam. 5, l3). Eine andere Eigentümlichkeit besteht darin, daß das פתח גנובה unter dem Halbkonsonanten steht, mithin mit demselben gesprochen werden soll, z. B. פותיח ,יודיע Sanh. 7, 2, מדי_ח ib. 7, 4, אלוה ib. 7,6, רוציח ib. 9, 1; doch herrscht hierin keine strenge Konsequenz, denn mitunter steht der Vokai unter dem Guttural4). Die Partikel של bildet mit dem darauffolgenden Worte stets ein Wort, z. B. סזלזבחק Sebach. 5, 1 (über נ׳ am Ende, s. weiter unten). Diese Punktation läßt uns jedenfalls die Aussprache einiger neuhebräischer Vokabeln richtiger erennen. Unsere Wörterbücher (Levy, Jastrow) punktieren ולד, nun ist aber ולד Gen. 11, 30 eine Pausalform und hat das Wort ולד zu lauten, wie aus II Sam. 6, 23, obzwar 9 Vgl. Ben Zeeb, Talmud laschon ibri, Wien 1827, S. 34b: גד;ונהגו מלפנים לעשות קו משכב על אות הרפה.(בכפוס fehlt, wohl weil in unserer Aussprache kein Unterschied bemerkbar ist. In Ms. Kaufmann trägt auch ג den ns>Strich, 2) Ich bemerke, daß ich die Unterabteilungeu der Mischna nach ed. Wilhermsdorf citiere. s) Die Buchstaben sind groß genug, um den Punkt in der Mitte auf nehmen zu können. Für dessen Schreibung am Fuße des betreffenden Buchstaben diene als Analogie, daß in Elia Levita’s מסורת המסורת ed. princeps, wie mir Dr. N. Porges mitteilt, immer ה gedruckt ist, z. B. S. 46 vierzehnmal. 4) Über diese Differenz zwischen Abr. lbn Esra und R. David Kirnchi (unser Punktator folgt diesem letzteren) s. Salman Hanau’s Grammatik צוהר התיבה, Grodno 1805, S. 25.