Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 51 (1907)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Der Ölbau in Palästina in der tannaitischen Zeit
- Date
- 1907-01-01
- Page
- Seite 23 (sequence 7)
- Language
- German
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Der Ölbau in Palästina in der tannaitischen Zeit. 23 Weit vorteilhafter ist es, wenn man den Balken mit Hilfe einer Winde durch Stricke herabzieht1). Neben dieser Presse, die je nach ihrer Größe נד oder בדידה heißt, ist auch die andere Konstruktion (ohne Preßbalken)2), die vielleicht den Namen 3קטבי) trug, häufig in Gebrauch. Ihr Prinzip besteht darin, daß über zwei großen Steinpfeilern ein dritter Stein oder Balken befestigt wird, so daß eine feste Umrahmung (in Gestalt eines JT) sich ergibt. Die Preßkörbe mit dem Brei werden zwischen die beiden Seitenpfosten gesetzt, und nachdem sie mit Brettern bedeckt sind, wird der Zwischenraum mit großen Steinen ausgefüllt. Durch Eintreiben von Holzkeilen läßt sich der Druck beliebig vermehren4). Diese Einrichtung, *) bb. 4,4 גלגל nach Maim. allerdings ein Stein. — Vgl. Perles, Beiträge zur Geschichte der hebräischen und arabischen Studien, p. 92. — Auch die Römer benutzten solche Winden, Plin. XV1I1, 31 und schalteten noch einen Flaschenzug ein. Blümner I, p. 339. Vgl. die Abbildung Coutance, p. 288. — Daß גלגל auch sonst oft *Winde« heißt, zeigen Erub. 10,14, T. bb. 2,16 (401). Zum Heraufziehen von Eimern aus Wassergruben. 2) Vgl. j. bb. IV, 14 c אם אין לו קורה אינו קרוי בית הבד. 3) קוטבי Scheb. 8,6 nach M. und Lo., andere Ausg. haben קוטב• Sifra 106a, T. Toh. 10.12 (672), j. Scheb. VIII, 38b. Andere Lesarten : קתבי .1 קינבי ,קנבי T. Scheb. 6,27 (70). קתבו LA. T. Toh. 10,12 (672) I.קתכי; arab. ZA2s, was ev. auf ein rundes Holz deuten würde. Ar. scheint darunter nur einen Preßbalken zu verstehen. משימין עץ גדול הכבד על הזתים שבבית הבד ונקרא קטב ובראשו תלוי אבן גדול, was durch alle angeführten Stellen als falsch erwiesen wird. — Bestimmt zu behaupten, קוטבי sei die im Folgenden beschriebene Presse, ist nicht möglich; nur findet sich sonst keine Bezeichnung, die auf sie hinweisen könnte. — Auch die Römer hatten verschiedene Namen für Preß Vorrichtungen, die bis heute nicht erklärt sind: tudicula, canalis et solea. Blümner I, p. 336. 4) In den Literaturdenkmälern sind die Nachrichten über solche Pressen nur sehr spärlich, aber wir besitzen noch viele Überreste von ihnen im heiligen Lande. Schick, Artuf und Umgebung ZDPV. X, p. 148. — R.: Siehe noch Tschernik in Petermanns Mitteilungen 1875 (Bd. X) Ergänzungsheft 44, S. 3 b unten und namentlich S. 9 b.