Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 51 (1907)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Der Ölbau in Palästina in der tannaitischen Zeit
- Date
- 1907-01-01
- Page
- Seite 18 (sequence 2)
- Language
- German
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18 Der Ölbau in Palästina in der tannaitischen Zeit. ein drehbarer hölzerner Pfeiler senkrecht steht. Um diesem Pfeiler einen sicheren Halt zu geben, ist er zuweilen auch mit seinem oberen Ende an einem quer durch die Kelter gehenden Baumstamm befestigt1). Der horizontal liegende Balken, der mitten durch den Pfeiler geht, ist mit dem einen Ende durch den vertikal stehenden runden Reibstein (2 *ממל) oder ■8(מפריכה) gesteckt. Das freie Ende wird dann, wenn die Oliven im Becken liegen, gedreht, so daß der Reibstein eine doppelte Bewegung vollführt, indem er sich einerseits um den hindurch gesteckten Balken, andererseits um den senkrechten Pfeiler dreht4). Auch der »trapes« der Römer5 * *) scheint bekannt gewesen zu sein; ist. Colnm. XII, 18.3, Pallad 1,18, Blümner I, p. 346. Maim. : ysjÄlf *) So zu sehen auf der trefflichen Photographie einer solchen Mahlvorrichtung bei Bauer, Volksleben nach p. 140. Nur wenn man sich dieses Bild betrachtet, merkt man, daß Ar. (ממל) mit seiner unklar erscheinenden Erklärung dieselbe Vorrichtung im Sinne gehabt hat: אבנא דחקיק בד.?בחלון ומביאין עץ גדול ומכניסי! עידו אחד באבן ועידו וטוחנין בו ד,זיתים (natürlich nicht der Preßbalken) אחד בקריה. 2) bb4,5 ־, Mäass. 1,7, T. Ter. 3,13 (29), von מלל reiben, T. Maas, risch. 1,7, (82) מאמל (nebst Var. מלול). *) T. bb. 3.2 (402). Vgl. j, Bar. bb. IV, 14 c. — Bar. b. bb. 67 b erklärt מלל durch מפרכתא pl. מפרכות in Bar. b. bb. 4) j. Ter. III, 42 b, — Heute noch ist in Syrien dieselbe Vorrichtung in Gebrauch. Bauer, Volksleben, die Anm. 1 erw. Photographie. Anderlind ZDPV. XI,‘ p. 73. Seetzen (Reise durch Syrien I, p. 99/100) sagt: Im Dorfe ist eine Ölpresse, welche aus einem Balken besteht, der wie ein Hebel preßt . . . Vor der Preßkammer ist ein runder kleiner mit Quadern gepflasterter Platz, auf welchem diese Früchte mit einem rundlaufenden Steine zerquetscht werden. — Baldensperger (Jerusalem, Jahrbuch etc. 1837, Deutscher Teil, p. 72) sagt, daß heute der Stein 1,40—>1,60 m im Durchmesser habe, 0,30—0,60 m dick sei und von einem Pferde oder Maulesel bewegt werde. 5) Eingehend beschrieben bei Cato 20—22. Blümner, p. 333. Vgl. die Abbildung bei Rieh., p. 683 und die Beschreibung ibid.