Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 50 (1906)
- Issue
- Heft 1
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1906-01-01
- Page
- Seite 121 (sequence 5)
- Language
- German
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Besprechung. 121 eines Textes, wozu noch seine intime Kenntnis des Arabischen mit allen dialektischen Feinheiten hinzutritt, auf Grund deren er uns auch eine Anzahl wertvoller, aus der lebendigen Beobachtung geschöpfter Details in linguistischer Beziehung gibt. Es kommen für BachjVs Werk zwei Handschriften in Betracht, eine Oxforder (O) und Pariser (P), ferner mehrere Fragmente in der kaiserlichen öffentlichen Bibliothek in St. Petersburg. Nach der Schrift der Mss. zu urteilen, ist O. in Jemen, P. in Maghreb, also in Nordafrika, geschrieben. Zu den Eigentümlichkeiten der erstereil gehört zunächst, dass sich in der Punktation der hebräischen Texte das ä wie ä ausgesprochen findet, eine besonders jemenische Eigenart. Von den Besonderheiten der den maghrebinischen Charakter tragenden Hs. P., die sich lediglich auf den arabischen Text beziehen, ist hervorzuheben die eigenartige Andeutung der doppelten Aussprache — Teschdid — durch vorangehendes Sukün, ferner die Verwechselung vom Jh & mit צ. Bemerkenswert sind die Ausführungen Yalinda’s p. 30—31, Anmerkung 1, dass man den in arabischer Sprache schreibenden jüdischen Autoren vielfach Vulgarismen zuschreibt, die nicht sowohl von diesen herrühren, als von den oft wüllkürlich die Textgestalt ändernden Kopisten1). Was nun die Gestaltung des Textes in den beiden Hss. betrifft, so leidet O. an kleineren, P. an grösseren Lücken, die aber am Rande einer jeden von späteren Lesern (OK. und PK.) z. T. ergänzt wurden, wobei aber OK. korrekter als PK. ist. Die Verschiedenheit von O. und P. besteht nun darin, dass hauptsächlich in den letzten Teilen des ersten Abschnittes P. eine präzisere und schulgemässere Fassung des Gedankenganges aufweist, der aber mit der populären und weitläufigeren Darstellungsweise des Werkes im allgemeinen nicht übereinstimmt. Beide Hss. aber beruhen auf späteren Bearbeitungen des Originals. Da nun jedenfalls die Hs. O. mehr der Anlage des, Originals entspricht und auch die Übersetzung Juda Ibn Tibbon’s sich mit sehr geringen Ausnahmen an O. anschliesst, diese demnach eine dreifache Beglaubigung für sich hat, so sah sich Yahudä veranlasst, dieselbe zur eigentlichen Grundlage seiner Textedition zu nehmen, sich der anderen Mss. respektive Fragmente, wie auch der Tibbonschen Version, jedoch als Korrektiv zu bedienen. Es folgt nun als besonderer Teil mit arabischem Titel und' arabischer Paginierung der Text der ersten Pforte des Kitäb-al-Hidäja, der sogenannte \*שער היחוד =־ ג1ע S. 1—49, (ed. Stern S. 31 bis 83), wobei Yahuda vom achten Kapitel an den Text von P., da, L Entgegengesetztes über die Textgestaltung von Maimunüs. Dalalat-al-Hairin, siehe bei Hirschfeld, Mschr., Jahrgang 39, p. 404 fgg.