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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1906-01-01 · Heft 1 · p. Seite 120

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
50 (1906)
Issue
Heft 1
Article
[Rezension]
Date
1906-01-01
Page
Seite 120 (sequence 4)
Language
German
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120 Besprechung. daner ihr derartiges Widerspiel innerhalb des Judentums hatte. Dann aber war eine wissensfeindliche Strömung schon eine geraume Zeit früher wahrzunehmen. Wir erinnern nur an die Salomo I b n Gab i ro 1 bereiteten Feindseligkeiten, an die sich gegen Ibn Djanäch richten den Angriffe von Frömmlern, ferner an die auch 1 sa alt Ibn B a r ü n trotz seiner Stellung als נשיא oder Polizeimeister — צאחב אל שרפו ד,. — nicht verschonenden Bemängelungen wegen seines Stand- Punktes in der Vergleichung des Hebräischen mit dem Arabischen. Es sei ferner erinnert an den in seinen Commentaren mit Vorliebe halachische Themata behandelnden Juda Ibn B a Fä m, der gegen den ihm. vielleicht persönlich verhassten Mose Ibn Chiquat i 1 i a eine mitunter alles Mass überschreitende Kritik übte wegen einer mehr der Vernunft entsprechenden Auffassung der biblischen Wunder (vgl. z. B. Poznan’ski’s Ausgabe von Ibn BaFänFs Josuakommentar, Berlin 1903, S. 17, p. 1; auch R. d. E. J. XVII, 178) und bemerken noch, dass uns über Ibn BaPäm von Mose Ibn Esra berichtet wird, dass er sich in den letzten Lebensjahren dem Fikh, d. i. dem Rech tsstudi um und der Theologie, widmete: .אלמתפקד,. פי אכר עמרד (cf. Fuchs, Studien über Abu Zakarja Jahja- R’Jehuda-ibn BaPäm, Berlin 1893, p. 20, Anmerkung 29). Alle diese Momente verweisen uns aber auf das nördliche Spanien, besonders jedoch auf Saragossa, als den Mittelpunkt dieser Strömung innerhalb des Judentums, wo die genannten Gelehrten, die durch das Übelwollen einer unter der Hülle der Glaubenstreue die wissenschaftliche Richtung bekämpfenden Bewegung zu leiden hatten, sämtlich sich aufhielten1). Wenn wir also, infolge der inneren Abhängigkeit Bachjas von Gazzäli nur die ersten Jahrzehnte des XII. Jahrhunderts als Abfassungszeit der Herzenspflichten annehmen müssen, gemäss Yahuda's Ausführungen, so können wir doch ihm in Bezug auf Cordoba als Wirkungsort Bachja’s nicht bei pflichten, vielmehr muss* nach unseren Darlegungen über das Milieu der jüdischen, zelotischen Richtung, das auch gewöhnlich genannte S aragossa auch fernerhin als Aufenthaltsort Bachja’s gelten. Die vom Verfasser in dem Titel ganz zuversichtlich hinzugefügte Bezeichnung »aus dem *Andalüs« ist demnach nicht ohne weiteres a n z u e rkennen. Der zweite Abschnitt (S. 17—43) lautet: Die Hss. O. und P. und die Gestaltung unseres Textes. Hier zeigt nun Yahuda vollends seine Meisterschaft in der philologisch-diplomatischen Behandlung 1J Betreff Saragossa als Wirkungsort von Ibn Barün vgl. meine Ausführungen in meiner Besprechung von Steinschneiders Arabische Literatur der Juden in Monatsschrift XLIX, p. 376—377.

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