Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 50 (1906)
- Issue
- Heft 1
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1906-01-01
- Page
- Seite 118 (sequence 2)
- Language
- German
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118 Besprechung. Werke der letztgenannten Autoren, wie auch das מדות הנפש ppJI des Oabirol, uns bereits im Original vorliegen, ist es mit Genugtuung zu begrüssen, dass auch die Herausgabe des ausserordentlich populären, ethischen Werkes von Bachja Ibn Pakuda im arabischen Urtext nunmehr in die Wege geleitet wird. Unsere Freude wird aber noch ganz besonders erhöht, wenn wir das uns im vorliegenden Werk Gebotene als einen verheissungsvollen Anfang betrachten können, da der Verfasser, Herr A. S. Yahuda, '.sowohl durch Abstammung — er ist im Orient geboren -י wie durch Wissen und philologische Schulung, in hervorragendem Masse geeignet erscheint, das bisher als Desideratum in der jüdisch-arabischen Literatur empfundene zu erfüllen. Eine Darstellung von Yahuda’s Ergebnissen und Leistungen in der vorliegenden Arbeit soll nun, nebst Bemerkungen unsererseits, hier geboten werden. Nach der Einleitung p. V—VIII, in der uns dvr Verfasser die Vorgeschichte dieser Prolegomena und der ihnen demnächst folgenden Gesamtausgabe des Werkes schildert, wird in Abschnitt 1 (S. 1—17) über Bachja’s Werk, Schicksal und Bedeutung des arabischen Originals gehandelt. Wir heben folgendes daraus hervor: Die eigentliche, richtige Aussprache des Namens, die auf einer von Nordafrika bis nach Jemen reichenden Tradition beruht, ist: Bach je (S, 1,. Anm. 1). Der Verfasser weist auch darauf hin, dass das arabische Original zum Verständnis des Werkes, infolge mancher Irrtümer Juda ibn Tibbon’s, unabweisbar notwendig ist. Aber auch nur auf Grund des Urtextes lassen sich die »Beziehungen der moralphilosophischen Anschauungen Bachja’s zur ethischen und asketischen Literatur der Mohammedaner im allgemeinen und sein engeres Verhältnis zu einzelnen mohammedänischen Schriftstellern« erst erkennen und richtig beurteilen. Yahuda führt nun aus, dass die von seinen Vorgängern, wie Kaufmann, Schreiner, Bacher und Goldziher, unternommenen Versuche, die Quellen einzelner Partieen der »Herzenspflichten« in den Schriften der Ichwän-al-Safä, der sogenannten »lauteren Brüder« und Gazzäli zu finden, aus Mangel an der arabischen Vorlage nicht zu einem abschliessenden Ergebnis führen konnten für die Frage, ob Bachja unmittelbar oder nur sekundär aus den genannten Autoren geschöpft hat Eine auf Grund des arabischen Originals angestellte genaue Untersuchung hat nun Yahuda zu dem Resultat geführt, dass nicht nur von einer Beeinflussung Bachja’s durch Gazzäli im allgemeinen zu spreeben ist, sondern dieser sein ausschliesslicher Gewährsmann ist und er lediglich mit dessen Worten das aus den Schriften der »lauteren Brüder« entnommene wiedergibt. Auch äusserlieh lehnt sich die lebendige Darstellungsweise und die rednerische