Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 50 (1906)
- Issue
- Heft 1
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1906-01-01
- Page
- Seite 117 (sequence 1)
- Language
- German
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117 Besprechung» Yahuda, Dr. A. 8. Prolegomena zu einer erstmaligen Herausgabe des Kitäb al-Hidäja ,ila Faräüd al-Qulüb von Bachja ibn Joseph ibn Paqüda aus dem 'Audalüs nebst einer grösseren Textbeilage. Frankfurt a. M. J. Kauffmann 1904, VIII und 43 pp. und 49 pp. 8° arabischen Text. Eine Kehrseite der sonst so glänzenden Epoche der jüdischarabischen Literatur ist, dass ein ansehnlicher Teil der bedeutenden, in arabischer Sprache verfassten Werke einem grossen Kreis des [irdischen Publikums erst aus zweiter Hand zugänglich war, durch die Übersetzertätigkeit der Familie Tibbon insbesondere. Mussten nun eine Anzahl von wichtigen Schriften, die von bleibendem Wert waren, und für die sich nun gerade kein Übersetzer fand, hierdurch fast ganz dem Judentum der späteren Zeit verloren gehen, — wir erinnern nur an Saadia’s Pentateuchkommentar, dessen arabisches Original nachweislich noch in der Mitte des dreizehnten Jahrhunderts vorhanden war, — so konnten anderseits auch die in Übersetzungen verbreiteten Werke nicht in einem die ursprüngliche Form wahrenden Gewände sich zeigen. Trotz dem nicht hoch genug zu bewertenden Verdienste der Tibboniden, ist doch nicht zu verkennen, dass sie eben in einem Lande lebten, in dem das Arabische nicht mehr als lebende Sprache geredet wurde, dessen intime, auf eigenen Erfahrungen beruhende Kenntnis ihnen mithin nicht mehr eigen war. So konnte es denn nicht fehlen, dass die Übertragungen der Tibboniden, von manchen, den Sinn des Werkes entstellenden Fehlern nicht frei blieben, wie es die Untersuchungen der letzten Jahrzente gezeigt haben, und zwar für Saadia durch Wolff, Margulies in verschiedenen Jahrgängen des »Magazin für die Wissenschaft des Judentums«, und besonders Bacher in seinem Aufsatz: Die Irrtümer Jehuda. Ibn Tibbon’s in seiner Saadiaübersetzung (Kauffmann-Gedenkbuch p. 188—209), für Jehuda Halevi durch Horovitz in Monatsschrift XLI p. 264—273, 313—321, für Maimuni durch die Anmerkungen von Munk in seinem dauerndmustergültigen Guide des Egares, während andererseits z. B. für des letzteren Werk die auf Grund besserer arabischer Sprachkenntnis fussenden Berichtigungen von Sehern Tob Ibn Palqucra in seinem More ha-More wertvoll sind. Nachdem nun die philosophischen