Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 50 (1906)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Der Konvertit Friedrich Christian Christhold
- Date
- 1906-01-01
- Page
- Seite 96 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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96 Der Konvertit Friedrich Christian Christhold. wiederrechtlich praetendiren mögte, hiermit losgesprochen haben.« Das »diesfalls« bezieht sich auf die Schuld Ahron Fränkels gegen Schwab, in Höhe von 75 fl. Jischai war derart finanziell und moralisch heruntergekommen, daß ihm kein Mittel schlecht genug gewesen zu sein scheint, wenn er sich dadurch durch Erzielung von Geld wieder einige Zeit über Wasser halten konnte. Das Denunzieren schien er geschäftsmäßig zu betreiben, es mochten doch manche Vorteile für ihn daraus entstehen. Ohne Zweifel ist er identisch mit dem Jischai Aaron, der im Jahre 1711 einige Juden wegen »Schnepperei« in Ansbach anzeigte1). Auch bei seinem Übertritt zum Christentum scheinen Vorteile materieller Art ihn geleitet zu haben. Es scheint, als ob er dieses für den einzigen Weg erkannt habe, um durch Hilfe der Regierung mit einem Schlage sich dem Netze seiner Gläubiger zu entziehen. Und diese Kalkulation erwies sich auch als richtig. Die Regierung interessierte sich, als Lohn für seinen Übertritt offenbar für die Regulierung seiner finanziellen Verhältnisse. Am 25. April 1711, also wenige Monate vor dem förmlichen Glaubenswechsel, erließ »Sr. hochfürstl. Durchl. zu Brandenburg-Onolzbach bestellter Glaidtsmann«2) in Fürth, Georg Benignus Seyfrid, folgende öffentliche Bekanntmachung: »Daß Se. Hochfürstl. Durchl. zu Brandenburg- »Onolzbach, mein gdster. Fürst und Herr, durch eine »hochfürstl. Deputation die gdste. Verordnung gethan, »daß das Isaysche Creditorwesen, vermög eines hier im »hochfürstl. Glaidtshauß affigirten Patents, sowohl active »als passive gründlich untersuchet, und jedem Creditori »befindenden Dingen nach, zu recht verholffen, insonder- »heit von keinem hiesigen Innw;ohnenden, Er Schäy3) 1) s. Barbeck a. ä. O. Seite 66. 2) Die offizielle Staatsbehörde für die Fürther Judenschaft. 3) jischai.