Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 50 (1906)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Der Konvertit Friedrich Christian Christhold
- Date
- 1906-01-01
- Page
- Seite 95 (sequence 2)
- Language
- German
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Der Konvertit Friedrich Christian Christhold. 95 derte schon dort, wie dieser sich über 9 Jahre hinziehende Streit die letzten Lebensjahre des Druckers Ahron Frankel verbitterte. Es sind mir unterdessen die gerichtlichen Akten in ziemlicher Vollständigkeit zu Händen gekommen, und diese sind geeignet, das Mitgefühl mit Ahron Fränkel noch zu vertiefen. Die Grundlage des (an und für sich öffentliche Verhältnisse gar nicht berührenden) Privatprozesses bildete eine Summe von 75 fl., welche Ahron Fränkel von Dr. Ahron Schwab in Fürth gegen einen Wechsel entliehen hatte. Mit diesen 75 fl. aber hatte es eine eigene Bewandnis. Ein Sohn Ahron Fränkels, namens Jischai, lebte in Fürth, und, um es gleich vorwegzunehmen, er war kein anderer, als der obengenannte Denunziant Jischai Fränkel. Er, der Sohn eines schon in Wien angesehenen Mannes, der Enkel des Wiener Predigers Uri Lipmann und Sproß zahlreicher anderer Großen, er war so tief gesunken, daß er, wie aus seinem ganzen Verhalten hervorgeht, aus eigenniitzigen Gründen zum verleumderischen Ankläger wurde und sogar seine eigene Religion verriet. Jischai hatte sich frühzeitig in Fürth niedergelassen. Durch Leichtsinn und Schuldenmachen wurden seine wirtschaftlichen Verhältnisse derart zerrüttet, daß er vollständig verarmte. So geriet er bald in Wuchererhände. Einen guten, seiner würdigen Freund fand er in dem Dr. Ahron Schwab in Fürth, der eine sehr gute Praxis hatte und ein großes Vermögen besaß, welches er, nicht immer auf redlichem Wege, durch Ausleihen auf Zinsen zu vergrößern verstand. Beide hatten, offenbar auch gemeinsam, mit Elkan Fränkel Finanzgeschäfte betrieben. Darauf läßt ein am 15. März 1712 zwischen (jetzt) Christhold und Schwab geschlossener Vertrag schließen, der unter anderem den Passus enthält: »Er (i. e. Christhold) wolle ... auch Ihne Aaron Schwaben von allen dem, was ehemahl von Elkana Fränckhel dießfahls verhandelt worden und selbiger etwa deßwegen