Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 50 (1906)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Der Konvertit Friedrich Christian Christhold
- Date
- 1906-01-01
- Page
- Seite 94 (sequence 1)
- Language
- German
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«4 9er Konvertit Friedrich Christian Christhold. Von M. Weinberg1. Das hochnotpeinliche Verfahren gegen den bis dahin am Hofe des Pfalzgrafen Wilhelm Friedrich in höchster Gunst stehenden Landesvorsteher der Ansbacher und Fürther judenschaft Elkan Fränkel und dessen sowie seines Bruders Hirsch Fränkel, Oberrabbiners in Schwabach, weitere traurige Lebensschicksale sind wiederholt Gegenstand geschichtlicher Darstellung gewesen1). Der Anstoß zu dem Verfahren war durch die Denunziation eines Juden in Fürth, namens Jischai (auch Esajas) Fränkel, gegeben worden. Dieser stand soeben im Begriffe (anfangs 1712) zur •christlichen Kirche der Augsburger Konfession überzutreten. Nach erfolgter Taufe nahm er den Namen Friedrich Christian ‘Christhold an. Über diesen Mann, der durch seinen unheilvollen Einfluß sich in der Geschichte der Juden verewigt hat, war bisher nichts Weiteres bekannt. Tiefes Dunkel lagerte über seiner Herkunft und seinen Lebensschicksalen. Anderweitige Studien haben mich auf Spuren geführt, die geeignet sind, die Person des Jischai Fränkel noch interessanter, in deteriorem partem, zu machen, als sie es bisher schön war. In meiner Abhandlung »Die hebräischen Druckereien in Sulzbach«, S. 49 f., behandelte ich einen privatrechtliehen Prozeß, den der Sulzbacher Druckherr Ahron Fränkel mit dem Fürther Arzt Dr. Ahron Schwab führte. Ich schil- *) Haenle »Geschichte der Juden im ehemaligen Fürstentum Ansbach« S. 73—86; Barbeck »Gesch. der Juden in Nürnberg und Fürth« S. 79 ff; D. Kaufmann »Die letzte Vertreibung der Juden aus Wien und Niederösterreich« S. 200; B. Ziemlich »Eine Bücherkonfiskation zu Fürth i. J. 1702« S. IX ff.