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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1905-01-01 · Heft 1 · p. Seite 71

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
49 (1905)
Issue
Heft 1
Article
Geschichte der Familie Wallich
Date
1905-01-01
Page
Seite 71 (sequence 15)
Language
German
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Geschichte der Familie Wallich. 71 ihr Gesicht und sie weinten laut vor vielen Schmerzen« etc. und weiter sagt er: »Ausser den verschiedenen Schmähungen und Zurücksetzungen, die wir von den Spöttern und Gewaltmenschen empfingen, ladet man uns und unsere Frauen und Kinder weder zu Hochzeitsnoch zu Beschneidungs-Mahlzeiten ein«. Dann ruft er zum Schluss die hohe Frankfurter Gemeinde an: »Nehmt jeder die Pfanne seines Verstandes, tut hinein das Feuer der Liebe und Demut, leget darauf das Räucherwerk der Brüderlichkeit, traget sie schnell in die Gemeinde, bevor der Groll über die abtrünnige Gemeinde ausbricht« u. s. w. Seine Unterschrift lautet: »Dies ist der Wunsch eures‘ Dieners, des niedrigen Wurmes, des bescheidenen Feibisch, Sohn Meir Wallich des Arztes (nicht für sich), des Betrübten und Verfolgten. Der Brief ist datiert vom Freitag 17. Elul 5371 (— 26. August 1611). Mit ihm in gleicher Lage befanden sich die im Brief erwähnten R. Hirz, R. Mosche und R. Lasen. Der Streit ist dann wohl beigelegt worden, so dass er in Worms seinen Wohnsitz beibehalten konnte. Am Mittwoch, 19. Adar I, 5372 (= 22. Februar 1612) brachte ihn Jokeln, der Mann seiner Schwester Jutelchen, in eine peinliche Situation. Derselbe hatte 300 Thaler gestohlen und wollte nun, wie es scheint, seiner Frau und seinem Schwager die Schuld aufbürden. So wird denn Joseph und Jokeln vor die Ratsherrn gerufen, aber den Jokel erreichte der Verräterlohn. Man setzte ihn in den פפאון טרדן (Pfaunturm der Turm am Pfaenburgedor) und stellte ihn Sonnabend darauf, den 25. Februar um 10 Uhr, auf den Stein, d. h. an den Pranger, und verwies ihn alsdann aus der Stadt1). »So sollen alle meine Feinde zu Grunde gehen«, schliesst der Vf. seinen Bericht. Zwei Jahre später wäre es ihm wiederum beinahe I) HS. W. 26, Z. 16-22.

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