Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 49 (1905)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Geschichte der Familie Wallich
- Date
- 1905-01-01
- Page
- Seite 68 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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68 Geschichte der Familie Wallich. Aus diesem Manuscript, das ich in der Folge als HS. W. zitiere, gewinnen wir einen ziemlich guten Einblick in das Leben unseres Joseph, das ich mit Berücksichtigung der anderen Quellen in Kürze darstellen will. Das erste Datum aus seinem Leben enthält cod. Oxford 2312 vom 23. Juli 1591 mit der Ortsangabe Bonn. Die Notizen von 1594 und 1597 in cod. Oxford 2135 und ms. Pollak enthalten keine Ortsangabe. — Im Jahre 1599 befand er sich dann nach den Angaben in der Breslauer Raschbam-Handschrift in Worms im Hause zur Blumen. Er nennt sich hier wie stets: »Joseph ben Meir Walch genannt Pheibusch (ווייבש, ווייבוש) Arzt aber nicht an sich selbst.« Letzteres ist eine Bescheidenheitsformel und will besagen, dass der Arzt sich selbst nicht zu helfen vermag. Wir dürfen seinem Namen ein Dr. med. vorsetzen, denn auf Seite 50 der HS. W. erfahren wir, dass “er sich zu Padua den Doktorgrad erworben, denn er nennt sich dort: »ego Beyfus Josephus Belga Hebraeus filius cl. maieri Walchi medeine doctoratus ä Badua«1). Leider setzt er nicht hinzu, wann er daselbst den Doktor gemacht hat; wir dürfen aber vermuten, dass es vor 1600 geschehen ist. Diese Bemerkung ist von anderer Hand und mit dunklerer Tinte eingetragen, dem schärfer Zusehenden wird es jedoch nicht entgehen, dass unter dieser Schrift sich die Handschrift und Tinte des Joseph Wallich befindet, und von später Hand nur ein Übermalen stattgefunden hat. Ausser dem Doktortitel bringt uns diese Notiz noch zwei bemerkenswerte Punkte. Davon ist das »Belga Hebraeus« bereits oben besprochen worden, es bleibt nur noch der dritte, das »Beyfus«, übrig. Dies »Beyfus« muss dem ווייבוש entsprechen, dass wir in Pheibusch umsetzen müssen. Man könnte vermuten, dass das Wort durch das spätere Übermalen entstellt sei, doch 9 Es ist dies in latein. Schrift geschrieben. Medeine ist aus medecine, wohl von dem Uebermaler verstümmelt.