Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 49 (1905)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Geschichte der Familie Wallich
- Date
- 1905-01-01
- Page
- Seite 67 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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Geschichte der Familie Wallich. 67 während er sich sonst »Sohn Meiers mit dem Beinamen Phöbus« nennt und zu Worms lebt. Was den ersten Punkt anbetrifft, so bin ich der Meinung, dass hier einfach ein Lesefehler vorliegt (לייב statt וייבש), der, da in beiden Worten drei Buchstaben die gleichen sind, sehr leicht möglich ist. Zudem soll das Pheibusch ja eine Übersetzung des Meir sein, welches beides »Der Glänzende« bedeutet, schon danach scheint Löb unhaltbar. Was die Ortsverschiedenheit anbelangt, so ist es kaum denkbar, dass sich zu gleicher Zeit in zwei Städten zwei Joseph ben Meir befinden, die Ärzte sind (denn auch der Besitzer der letzten Schrift ist sehr wahrscheinlich Arzt, da doch die Schrift medicinischen Inhalts ist), und die beide Handschriften sammeln. Wir müssen daher auf alle Fälle an der Identität dieses Joseph mit unserem in Worms fest halten und annehmen, dass er eine Zeitlang sich in Bonn aufgehalten hat. Ferner befand sich im Besitz des inzwischen verstorbenen Rabbiners Dr. Rahmer in Magdeburg eine um 1550 in Venedig gedruckte hebräische Naturgeschichte, der von einem früheren Besitzer eine Reihe von Blättern vorgebunden waren, auf welche Joseph ben Meir Wallich eine Reihe von Recepten und von Notizen aus seinem Leben geschrieben hat. Diese Handschrift ist jetzt das Eigentum des Herrn P. W. zu Berlin. Sie umfasst 112 Seiten. Der Text ist durchgehends in hebräischer Cursivschrift niedergeschrieben und teils in hebräischer, teils in jüdischdeutscher Sprache abgefasst. Nur hin und wieder findet sich eine Bemerkung in lateinischer Schrift und Sprache. Herr Dr. Rahmer war damals so liebenswürdig, Herrn P. W. mit dem Manuscript auch eine Übersetzung derjenigen Stellen, die von Privatangelegenheiten Josephs handeln, abzutreten. Ich habe sie neben dem Manuscript benutzt und sie hat mir bei meiner Arbeit wesentliche Dienste geleistet. 5*