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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1905-01-01 · Heft 1 · p. Seite 66

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
49 (1905)
Issue
Heft 1
Article
Geschichte der Familie Wallich
Date
1905-01-01
Page
Seite 66 (sequence 10)
Language
German
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66 Geschichte der Familie Wallich. erfahren. Joseph Wallich war ein tüchtiger Gelehrter und eifriger Büchersammler. Ausser der eben erwähnten Raschi-Raschbam Handschrift kennen wir noch eine Reihe anderer Schriften, die in seinem Besitz gewesen sind. Bei Steinschneider1) heisst es: »Am Anfang von msc. Pollak schrieb der Besitzer Joseph ben Meir Wallich (gen. Weibisch-Phöbus) Arzt im Jahr 1597 eine bibliographische Notiz«. In der Bibliotheka Bodleiana zu Oxford befinden sich ferner noch drei Handschriften, die einst in seinem Besitz gewesen sind. Sie sind angeführt bei Neubauer in seinem Catalogue of Hebrew Manuscripts in the Bodleiana. Und zwar sind es folgende Schriften: 1. Nr. 2125: Bernhard Gordon’s medicinische Abhandlungen Fol. 275. De Prognosticis. 5 Teile. Das erste Blatt ist ergänzt von Joseph b. Meir Wallich (Phöbus Arzt). 2. Nr. 2135: ס׳ רפואות. Darin heisst es (fol. 150 b): juda ben Elijjah lieh auf das Buch ס׳ רפואות fünf Thaler von Joseph ben R. Meir Phöbus an Freitag 18. Tebeth 5355 30. Decbr. 1594«. 3. Nr. 2312: Diätetische Vorschriften und kabbalistische Formeln für verschiedene Gelegenheiten, teils hebräisch teils jüdisch-deutsch. Auf Bl. 25 finden sich in letzterer Schrift in deutscher Sprache, aber hebräischen Schriftzeichen folgende Worte: »Fertig, Schlick in Hals inein« (d. h. »Jetzt wird einer getrunken«), »am Montag, 2. Ab, im Jahre 351 (= 13. VII. 1591) hier in der Stadt Bonn, Joseph, Sohn Meirs Wallich mit dem Beinamen Löb (לייב;.« Diese Worte bezeugen, dass unser Joseph entschieden guten Humor besass. Als er die Arbeit an diesem Buche glücklich zu Ende geführt, schreibt er voll Freude an den Schluss: »Nun wird aber zur Stärkung sofort einer getrunken«, ln diesem Sinne sind diese Worte aufzufassen. Auffallend ist jedoch hier, dass er sich nennt: Sohn Meiers Wallich mit dem Beinamen »Löb« in »Bonn«, *) Hebräische Uebersetzungen, S. 704.

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