Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 49 (1905)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Das Ausgiessen von Wein und Öl als Ehrung bei den Juden
- Date
- 1905-01-01
- Page
- Seite 37 (sequence 26)
- Language
- German
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- Hebron 1× ep/1047559
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Das Ausgiessen von Wein und Öl als Ehrung bei den Juden. B7 haben. Wie soll nun hierin ein Symbol der Fruchtbarkeit oder des Überflusses erblickt werden können? Streuen doch die arabischen Frauen Palästina^ heute noch bei Hochzeiten Salz mit Gerstenkörnern vermischt, wenn die Hochzeitsprozession des Bräutigams durchs Dorf stattfindet (Bauer, Volksleben im Lande d. Bibel 199), was entweder als Opfer (Lev. 2, 13), oder gar als Fluch gedeutet werden kann1). Vergleicht man nun hiemit die genau entsprechenden Bräuche anderer Völker, so erkennt man in der Tat, dass es sich da ursprünglich um eine Gabe an die bösen Geister gehandelt haben dürfte2). Da nun auch beim Ausgiessen von Wein und Öl vor Braut und Bräutigam hinzugefügt wird, dass es keine heidnische Sitte sei (Tos. Sabb. Vll., lö), so war den Lehrern der heidnische Zug des Brauches bei den Nichtjuden Palästinas noch bekannt und es ist folgerichtig anzunehmen, dass auch das Ausgiessen von Wein und Öl ein Opfer, eine Gabe an die Geister, darstellte. Finden wir doch in Palästina noch in der christlichen Zeit, dass die Heiden, die bei der jährlichen Messe und dem Feste der Terebinthe und der Quelle Abrahams zu Mamre bei Hebron opferten, den Geistern, die sie an diesem Orte in der Quelle verehrten, in diese Opfergaben von Wein, Kuchen, Münzen, Myrrhe und Weihrauch warfen (Sozomenus, Histor. eccl. II., 4, Smith, Religion der Semiten 137)3). Da Brautleute, wie wir bereits gesehen (S. 24), und ebenso vornehme Personlichkeiten dem bösen Blick und der Schädigung seitens der bösen Geister besonders ausgesetzt waren, wetteiferte 9 Hesychius erklärt den Ausdruck c/.oxc, s7stGT£Tpat mit der Bemerkung: £0*0־^ Ku7׳vp10)v GTCSipoVTtuv xpL׳ö*a<; [/.sfP dXös zztocpsc<73־a1 (Smith, Religion der Semiten S. 118, Note 184). 2) Samter, Familienfeste, Seite 7: »Statt dessen wirft man aber die Erbsen auf die Strasse, augenscheinlich, damit die Geister durch die Gabe abgefunden, das Haus nicht betreten«. 3) S. Baudissin, Studien z. sem. Religionsgeschichte II, S. 159, Note 4.