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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1905-01-01 · Heft 1 · p. Seite 36

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
49 (1905)
Issue
Heft 1
Article
Das Ausgiessen von Wein und Öl als Ehrung bei den Juden
Date
1905-01-01
Page
Seite 36 (sequence 25)
Language
German
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36 Das Ausgiessen von Wein und Öl als Ehrung bei den Juden Tat, die Verletzung der Familie begangen wurde, liegt es nahe, die auf der Strasse verstreuten Oetreidekörner und Nüsse der beleidigten Familiengottheit als Sühne dargebracht zu erklären, wie Samter (Familienfeste der RömerS. 90 ff.) für die gleiche Sitte der Römer überzeugend nachgewiesen hat. Als alte heidnische Sitte war sie den palästinischen Juden offenbar fremd und nur in der gewiss von Heiden bewohnten Heimath des R. Jochanan b. Beroka, wahrschein־ lieh Galiläa, fand sie bei den Juden Eingang oder lebte wieder auf, wie das Ausgiessen von Wein und Öl vor Vornehmen als Ehrenbezeigung, und erhielt, der heidni־ sehen Züge entkleidet, neue Einzelheiten, die sich aus der Natur des Vorganges ergaben. Ob nun auch dem Streuen von Getreidekörnern und Nüssen vor dem Brautpaare seitens der Nichtbeteiligten ein ähnlicher Gedanke zu Grunde liegt? Nach Semach. VIII wurden noch andere Dinge auf den Weg, den das Brautpaar nahm, geworfen: מבזבזין לפגי חתנים ולפני הכלות מחרוזות של דגים וחתיכות של בשר בימות החמה אבל לא בימות הגשמים, אבל לא חתיכות של דגים מבושלים ולא כמהים ופטריות ולא שומשמין בין בימות החמה בין בימות הגשמים, אבל קליות ואגוזים ניטל הוא בתוך קליפתו וזורק. כללו שלדבר כל שהוא אבד אין מבזבזין לפניהם, »Man darf vor Bräutigame und Bräute an Schnüren aufgezogene Fische und Fleischstücke (verschwendend) werfen, doch nur im Sommer, nicht in der Regenszeit; aber nicht Stücke von gekochten Fischen, auch nicht Schwämme und Trüffeln und Mohn, weder im Sommer, noch in der Regenszeit. Aber man darf geröstete Körner und Nüsse in der Schale nehmen und werfen; kurz alles, was zu Grunde geht, darf nicht geworfen werden«. Die Einschränkungen, die sich gegen den bestehenden Brauch richteten und gewiss nicht leicht durchdrangen, sind, wie leicht zu erkennen ist, späteren Ursprunges; in älterer Zeit wird man Alles, ohne Rücksicht auf die Vernichtung der Lebensmittel, dem nahenden Brautpaare auf den Weg gestreut

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