Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 49 (1905)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Das Ausgiessen von Wein und Öl als Ehrung bei den Juden
- Date
- 1905-01-01
- Page
- Seite 32 (sequence 21)
- Language
- German
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32 Das Ausgiessen von Wein und Öl als Ehrung bei den Juden. Chron. 16, 14; 21, 19, Jerem. 34, 5), genau so wie zu gleichen Zwecken Lampen angezündet werden (vgl. Berach. 53 a). Und so finden wir das Fegen und Bespritzen des Bodens auch vor der Gottheit im Opferdienste in Synhedr. VII, 6, Sifre Deut. 91, wo R. Jehuda die beiden Handlungen zu denen zählt, die man vor einem Götzen nicht vornehmen darf, ohne sich der Verehrung derselben schuldig zu machen:.המגפף והמנשק והמכבד והמרבץ והמרחץ והסך והמלביש והמנעיל Dieselben werden aber auch als Dienst vor Gott erwähnt in b. Berach. 63b unten: R. Eleasar, der Sohn des Galiläers b. Moed kat. 27b, Tos. Nidda IX, 16: בראשונה היו מניתי] את המוגמר תחת חולי מעים מתים והיו חולי מעים חיים מתביישין, התקינו שיהו מניהין תחת הצל מפני כבודן של חולי מעים חיים, »Ursprünglich legte man Räucherwerk unter die Leichname der an Durchfall Gestorbenen; als sich desshalb die an Durchfall Leidenden schämten, führte man ein, dass man das Räucherwerk aus Rücksicht auf die Lebenden unter jeden Leichnam lege«; denn hier wird das Räucherwerk unter den Leichnam gelegt. Aber selbst, wenn der Wortlaut derTossifta: בראשונה היו מוציאי] מוגמר לפני חולי מעיים, richtig sein sollte, wonach jenes dem Leichnam voraufgetragen wurde, kann nicljt die im Texte behandelte Sitte gemeint sein, denn warum wurde es vor der Bahre getragen? Etwa weil die Begleitenden gleichfalls vprausgingen? Zu beachten ist noch, dass die Tossifta in dem weiteren Satze: וחזרו להיות מוציאין לפני כל אחת ואחת מפני כבוד המתים, abweichend von der Baraitha die Rücksicht auf den Todten als Grund für die Abänderung des Brauches angiebt. Zu erwähnen ist ferner die noch immer nicht aufgeklärte Stelle in Sirach 30, 18 von den an ein Grab hingelegten Speisen und in Tobit 4, 17: ivjysov tou$ öcpTovq <300־ s7tl ׳röv '־uoccpov Ttüv Si/wodcDV, spende reichlich Brode beim Begräbniss der Gerechten; der hebräische Text bei Neubauer (Book of Tobit 24, Zeile 9) hat dagegen: לחמך ויינך שפוך על קברי צדיקים, ebenso der Chaldäer: ,לחמך וחמרך אשוד על קבריזכאין der Lateiner gleichfalls: funde vinum tuum et panem tuum.supra sepulcra justorum, Achikar bloss ,Wein (vgl. Halevy in Revue Semitique VIII, 1900, S. 49 und 60). .Soll da nicht das Giessen von Wein auf den Sarg oder vor denselben, zu Ehren des Todten gemeint gewesen sein? Die Brode erklären sich am leichtesten als Dittographie in einer aramäischen Vorlage, indem das mit ל construirte Object לחמדך nicht verstanden und dazu לחמך geschrieben wurde. .