Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 49 (1905)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Das Ausgiessen von Wein und Öl als Ehrung bei den Juden
- Date
- 1905-01-01
- Page
- Seite 30 (sequence 19)
- Language
- German
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30 Das Ausgiessen von Wein und Öl als Ehrung bei den Juden. worden sein. Gebraucht doch derselbe R. Nathan in b. Synhedr. 47 a den gleichen Ausdruck in derselben Verbindung, wo der Sinn nicht zweifelhaft sein kann: «Es ist ein günstiges Vorzeichen für den Menschen, wenn ihn Gott nach dem Tode (vor der Bestattung) heimsucht; stirbt er nämlich und wird nicht beklagt, nicht begraben oder von einem Tiere aus dem Grabe gezerrt, או שהיו גשמים מזלפין על מטתי, oder es fällt Regen auf seine Bahre (Sifre Num. 112: es fällt auf ihn Regen), ist es ein gutes Vor- Zeichen für ihn». Es handelt sich um die Besprengung des auf der Bahre liegenden Leichnams, nach derTossifta um die des Weges vor der Bahre1). Für den Brauch selbst ist noch auf Semach. XII hinzuweisen, wo von den Gebeinen eines Toten, die nach einer damaligen Sitte eine Zeit nach der Bestattung des Leibes zur nochmaligen Bestattung gesammelt wurden, bestimmt wird: מרביצין עליהם יין ושמן דברי רבי עקיבא, שמעון בן נגס אומר שמן ולא יין מפני שהיין מטרף. וחכמים אומרים לא שמן ולא יין ספני שמברכין עליהן את־ הסיכה, אבל נותנין עליהן הפירץ יבשין, man sprengt auf sie Wein und Öl, sagt R. Akiba; Simon b. Nannas meint, nur Öl, aber nicht Wein, denn Wein zerstört (die Knochen); die Weisen sagen: Weder Öl noch Wein, denn.(?), sondern man legt trockene Erdschollen auf die Gebeine. Hier wird als Brauch vorausgesetzt, auf die Todtengebeine vor ihrer Wiederbestattung, wie nach R. Nathan auf den Leichnam, Wein und Öl zu träufeln2). Und dass auch hier an Stelle 1y ln der pseudepigr. Schrift: Leben Adams und Evas 40, 1 heisst es: Darnach sprach Gott zum Erzengel Michael: Breitet Linnen aus und bedecket Adams Leichnam, bringet von wohlriechendem Öl herbei und giesset es auf ihn. 2) Bauer, Volksleben im Lande der Bibel S. 214: »Nachdem der Geistliche (der Christen) gebetet, den Toten eingesegnet und mit Öl besprengt hat, wird das Grab geschlossen«. Wellhausen, Reste arab. Heidentums2 114, bei der Behandlung der altarabischen Opfer sagt: Auch Wein und Öl sind unarabisch; gleichwohl werden Ölsteine zu Medina erwähnt, ebenso Weinspenden, die den Todten am Grabe, aber auch den Gestirnen dargebracht werden.