Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 49 (1905)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Das Ausgiessen von Wein und Öl als Ehrung bei den Juden
- Date
- 1905-01-01
- Page
- Seite 25 (sequence 14)
- Language
- German
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Das Ausgiessen von Wein und Öl als Ehrung bei den Juden. 25 Ob aber auch die Früchte, die neben den Purpurstreifen im Brautzelte aufgehängt wurden, wie die buntbemalten Tücher als Abwehr aufzufassen sind, oder nur zur Ausschmückung desselben dienten* lässt sich aus den wenigen Stellen nicht ermitteln1). Die bunten Tücher dürften auf alle Formalitäten der Eheschliessung erledigt sind und die Aba des zukünftigen Gatten der Braut, die mit Gekreisch und Geschrei zu entkommen sucht, übergeworfen ist, die Frauen sie übernehmen. Zunächst wild für sie ein Zelt angesichts der Wohnung ihres Vaters errichtet; dorthin wird sie geleitet und dann mit dem Blut eines aus Anlass dieses Falles geschlachteten Schafs besprengt. Die Trennung vom Vaterhause geht hiernach nicht auf einmal vor sich, ebensowenig die Aufnahme in den neuen Verband. Nun berichtet eine an den Gaon Hai gerichtete Anfrage (Harkavy, Resp. Nr.65),dieaus Nordafrika stammt, es bestehe die Sitte, dass am Abend vor der Hochzeit der Bräutigam mit seinen Freunden in das Vaterhaus der Braut komme und diese in Begleitung ihrer männlichen und weiblichen Verwandten unter Belustigungen nach dem Hofe ihrer oder des Bräutigams Verwandten oder eines Fremden führe, wo sie bis zum Hochzeitstage verbleibt. Dort spricht der die Benediction Vortragende die vorgeschriebenen sieben Segenssprüche, worauf man die Braut in das Haus ihres Gatten führt, wo die sieben Benedictionen wieder vorgetragen werden und die Braut mit ihrem Bräutigam in die Chuppä eingeht. Dem Gaon war der Hergang fremd, aber dieser ist mit dem der Beduinen auf der Sinaihalbinsel und mit den von Samter, Familienfeste der Römer, S. 90 ff. behandelten Bräuchen der Römer verwandt und dürfte die ursprüngliche Bestimmung der Chuppä erklären. ג) Merkwürdig ist die auffallende Gleichheit der Ausschmückung der Hütte am Sukköthfeste in b. Sukka 10 a und der des Brautzeltes. Es heisst dort in einer Baraitha: סיככה כהלכתה ועטרה בקרמין ובסדינין המצויירין ותלה בה אגוזים שקדים אפרסקין ורמונים פרכילי ענבים ועטרות של שובלין יינות שמנים וסלתות אסור להסתפק מהן עד מוצאי יום טוב האחרון של חג, bedeckte er sie mit Laub nach Vorschrift, schmückte sie mit Tapeten, bunten Decken, hängte in ihr Nüsse, Pfirsiche, Mandeln und Granatäpfel, Weintrauben und Ährenkränze, Wein, Öl und Mehl auf, so darf man davon nichts vor Ablauf des achttägigen Festes verwenden. Dieselbe Baraitha hat Toss. Sukka 1,7: תולה בה אגוזין ורמונים וקלוסקאות ואשכולות של ענבים ועטרות של שובלין, wo קלוסקאות den אפסרקין der Baraitha entspricht, wie dieselben im Semach. VIII eine Art Obst bezeichneten, s. Seite 21, Note 2.