Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 49 (1905)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Das Ausgiessen von Wein und Öl als Ehrung bei den Juden
- Date
- 1905-01-01
- Page
- Seite 21 (sequence 10)
- Language
- German
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Das Ausgiessen von Wein und Öl als Ehrung bei den Juden. 21 Von der חוסה der Braut, die schon aus der Bibel bekannt ist, lesen wir nun in Semach. VIII nach dem bei Nachmani (35 תורת האדם a oben, Tur, Or. Chaj. § 350) erhaltenen Wortlaute: עושין חופה לחתנים ולכלות ותולין בהן אחד דברים שהביאו אוכל ואחד דברים שלא הביאו אוכל, דברי רבי מאיר. רבי יהודה אומר, אין תולין בהן אלא דברים שלא הביאו אוכל. אלו דברים שתולין בהם, אגוזים שלא הביאו אוכל, ורמונים שלא הביאו אוכל, גלוסקאות שלא הביאו אוכל ולשונות של ארגמן, צלוחית של שמן ערב. ואלו דברים שאין תולין בהם, אגוזים שהניאו אוכל, רמונים שהביאו אוכל, גלוסקאות שהביאו אוכל, צלוחית של שמן מתוק. כללו של דבר התלוי אסור בהנאה, Nach dem Zusammenhänge, in dem diese Bestimmung steht, handelt es sich allerdings um Prunkgemächer (?) für Brautleute, die zu Grabe getragen werden1); aber die Ausschmückung solcher ist natürlich die gleiche, wie der für lebende. Nach R. Meir dürfen solche Hütten errichtet und alle Obst- und Fruchtarten darin äüfgehängt werden; R. Jehuda gestattet nur solche Früchte aufzuhängen, die noch kein Fleisch haben2), ferner Purpurstreifen und Fläschder Frommen ענק, ein Halsband und קמיע, ein Stück Leder am Halse, d. h. immer kleinere Kleidungsstücke. Hinzuweisen ist noch auf den christlichen apokryphischen V. Ezra (bei Hennecke, Neutestam. Apokryphen, 309) 2, 10: »Und ich werde mir seine (Israels) Glorie nehmen und ihnen (meinem Volke) die ewigen Hütten geben, die ich jenen bereitet habe; der Lebensbaum wird ihnen Wohlgeruch der Salbe geben und sie werden nicht arbeiten, noch müde werden«. Da haben wir genau, wie in der Haggada, die Hütten חלפה סוכה und daneben die Wohlgerüche. *) Tür hat im Texte: כללל של דבר, התללה בחופתו של מת אסור בהנאה, kurz gesagt, was in der חלפה eines Todten aufgehängt wird, darf nicht mehr verwendet werden. 2) Dass גללסקאות nicht Laibe Brod bezeichnen kann, hat schon der Kommentator im כחלת יעקב z. St. erkannt; es muss eine Art Obst bedeuten, wie Nüsse und Granatäpfel, etwa Pfirsiche. Sie haben für uns besonderes Interesse, weil sie schon unter den Ehrungen für die Brautleute (oben S. 13) genannt waren und neben dem Ausgiessen von Wein und Öl stehen. Es ist sonach unrichtig, גלוסקא mit Krauss, Lehnwörter II 175 a als grosses, rundes Brod zu übersetzen. Wohl ist es an mehreren Stellen unzweifelhaft, dass es das feinste Brod