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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1905-01-01 · Heft 1 · p. Seite 17

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
49 (1905)
Issue
Heft 1
Article
Das Ausgiessen von Wein und Öl als Ehrung bei den Juden
Date
1905-01-01
Page
Seite 17 (sequence 6)
Language
German
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Das Ausgiessen von Wein und Öl als Ehrung bei den Juden. 17 Vorstellung von den Strömen im Jenseits nicht etwa erst unter muhammedanischem Einflüsse entstanden ist, erhellt mit Sicherheit aus der Nachricht in jer. Abodä sarä III, 42c, 23, b. Taanith 25a: רבי אבד,ו מי דמיך עברין קומוי י״ג נהרין דאסרסמון. אמר לון כל אילין למאן. אמרו ליה דידך. אמר לון וכל אילין דאבהו ואני אמרתי לריק יגעתי, »Als R. Abahu im Sterben lag, gingen an ihm 13 Ströme von Balsam vorbei; da fragte er sie: Wem gehören alle diese? Sie antworteten: Dir; da fragte er :Alle diese für Abahu? während ich meinte, ich hätte mich umsonst gemüht«1). *) Die von Zimmern in Schräders KAT3 I 642 angeführten Stellen haben mit dieser Vorstellung kaum etwas zu tun. Muhammed hat nach einem Berichte bei M. Wolff, Muham. Eschatologie, 193 im Paradiese vier Ströme angenommen: von Wasser, Milch, Wein und geläutertem Honig. Wolff 192, Note 383 bemerkt nun mit Recht, dass Muhammed hier aus der jüdischen Haggada geschöpft hat; ob aber das in Jalkut I, 20 Stehende seine Quelle war, möchte ich bezweifeln. Denn das, was Wolff auffallend findet, dass nämlich der Balsamstrom der Haggada sich bei Muhammed in einen doch weniger Genuss bietenden Wasserstrom verwandelt hat, ist an sich verständlich, aber er merkt die Verschiedenheit der Schilderungen nicht. Balsam ist bekanntlich kein Getränk, wesshalb Muhammed, der Sohn des wasserarmen Arabiens, Wasser dafür setzt. Die Jalkutstelle ist aber auch jung, denn sie spricht, wie die S. 16, Note 1 behandelte Pessikta, bereits von Getränke führenden Flüssen im Paradiese, während die älteren Nachrichten vom Trinken im Jenseits nichts wissen. Die Vorstellung Muhammeds in Sure 88, 15—16, wonach hohe Ruhebetten, aufgestellte Pokale und wohlgeordnete Kissen im Paradiese vorbereitet sind, ist keineswegs die der älteren jüdischen Quellen, die einen Lustgarten mit Wohlgerüchen, nicht aber ein Trinkgelage vorführen. (Wir finden sonst nur Weihrauch in Verbindung mit Getränken, aber auch da nur als Betäubungsmittel, b. Synhedr. 43a: ״יוצא ליהרג משקין אותו קורט של לבונה בכוס של יין כדי שתיטרף דעתו עליו.) Es ist beachtenswert, dass auch in der Jalkutstelle die Hütten der Frommen in einer wasserreichen, mit allerlei Rosen und Myrthen geschmückten Gegend stehen und über den. Hütten ein Weinstock, also deutlich Gartenhäuschen sind. Raymundus Martini im Pugio fidei p. 419, (s. Epstein in Berliner- Hoffmann’s Magazin 1888, XV, 80) teilt aus dem Midrasch Bereschith rabbathi des Mose ha־Darschan eine Schilderung des Paradieses mit: Monatsschrift, 49. Jahrgang. 2

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