Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 49 (1905)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Das Ausgiessen von Wein und Öl als Ehrung bei den Juden
- Date
- 1905-01-01
- Page
- Seite 16 (sequence 5)
- Language
- German
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16 Das Ausgiessen von Wein und Öl als Ehrung bei den Juden. beweiskräftig gelten. Aber sehr auffallende Berührungen dieses Abschnittes mit der Apocalypse Baruch (XXVI., 131a mit^Baruch •VI., ff.) weisen auf Vorlagen aus der Tannaitenzeit hin, wie ja auch die Apocalypse Baruch selbst (XXIX., 5—7) in ihrer auf die Ausmalung der wunderbaren Fruchtbarkeit in der messianischen Zeit folgenden Schilderung eine ähnliche Anschauung zeigt: «Denn Winde werden von meinem Angesichte ausgehen, um jeden Morgen den Duft schmackhafter Früchte und am Ende des Tages Wolken, die den Thau der Gesundheit träufeln, zu bringen». Ebenso heisst es in der Agadath Schir ha-Schirim zu Cantic. 4, 16 (Jalkut z. St. aus einer unbekannten Pessikta rabb.): מבאן אתה אומר שהצדיקים לעתיד לבוא אינם צריבץ לא אפרסמון ולא כל מיני בשמים, רוח צפונית מכבדת וזוחלת לפניהם כל בוסמי גן ,(1עדן du ersiehst hieraus, dass die Frommen dereinst weder Balsam, noch irgend welche Gewürze benötigen werden, da der Nordwind den Boden fegt und ihn vor ihnen mit allen Gewürzen des Eden bespritzt. Dass diese 1J Statt וזוחלת haben andere Versionen bei Schechter p. 83.מזלת, Jalkut ,מרבצת וזוחלת während Numeri rab. 13, 2 noch eine biblische Begründung hinzufügt:;הפיחי גני, זד, כבוד הגן, יזלו בשמיו, זד זילוף dieses ergiebt deutlich, dass זילוף das Bespritzen des Bodens mit wohlriechenden Flüssigkeiten nach erfolgtem Fegen bezeichnet, was bereits oben festgestellt wurde. Schechter p. 83 teilt aus einer Parmaer Handschrift eine der angeführten äh nliche, R. Meir zugeschriebene Schilderung des Jenseits mit: Gott wird da grosse Paläste von ungeheuerem Umfange erbauen und aus dem Garten Eden vier Ströme fliessen lassen und zwar einen von Wein, den zweiten von Honig, den dritten von Milch und den vierten von Balsam. Doch werden dann noch an diesen Strömen je vier Diener mit 24 Bechern stehend vorgeführt, die den Frommen aus den Strömen einen Trunk reichen, beziehungsweise Balsam zum Salben anbieten. Doch lehrt die Vergleichung mit der Pessikta-Stelle, dass diese Erweiterung secundär ist und der spätere Haggadist nicht mehr wusste, welche Bedeutung diese Ströme nach dem ersten Hagadisten batten. Er verstand nicht, dass der Balsam nicht zum Salben, sondern zur Verbreitung eines guten Duftes allein bestimmt war. Für זלה זחל vgl.Tos. Sabb.XVI, 3:,אין מזלחיןאת דביתבכל מיני זלחין