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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1905-01-01 · Heft 1 · p. Seite 10

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
49 (1905)
Issue
Heft 1
Article
Raschi und Maimuni
Date
1905-01-01
Page
Seite 10 (sequence 10)
Language
German
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10 Raschi und Maimuni. barkeit ihrem Gedächtnis, da dasselbe Erinnerungsjahr unsere Gedanken ihnen zuwendet. Wir gedenken ihrer irdischen Tätigkeit, sowie des längeren Daseins, das sie nach dem Tode in ihren Werken fortsetzten. — Wir sind dessen eingedenk, dass der Thora-Commentar RaschTs, obwohl er in wissenschaftlicher Hinsicht durch andere Werke übertroffen wurde, dennoch der gelesenste und populärste Commentar blieb und es bei einem grossen Teile der Judenheit noch heute ist: als Gegenstand des Studiums für die Werktage, als Quelle frommer Erbauung für die Sabbathstunden; wir sind ferner dessen eingedenk, dass der Talmudcommentar RaschTs, dieser vollkommenste aller Commentare, allmählich mit dem durch ihn erklärten Text gleichsam untrennbar verwuchs, so dass wir uns ohne ihn den Text des Talmuds und das Verständniss dieses Textes nicht einmal recht vorstellen können. Wir sind dessen eingedenk, was die talmudischen Werke Maimuni’s in der Ent- Wickelung: der halachischen Literatur bedeuten, dass sie Klarheit und systematische Ordnung in das Labyrinth des Riesenstoffes hineinbrachten und den mit diesem Stoffe sich Beschäftigenden ein aus wissenschaftlichem Geiste geborenes, unübertreffliches Hilfsmittel boten; und wir sind dessen eingedenk, was die Religionsphilosophie Maimuni’s für die Reinigung unserer religiösen Ideen und für die Beseitigung verdunkelnder Strömungen und verwirrender Einflüsse bedeutete. Wir gedenken Raschi’s und Maimuni’s als der Wohltäter unserer Ahnen, die Jahrhunderte hindurch in der Finsternis des Ghetto Licht verbreiteten und Saatkörner des Glaubens und des Wissens ausstreuten. Aber wir dürfen nicht vergessen, dass sich der Einfluss Raschi’s und Maimuni’s auch in der Gedankenwelt und der geistigen Renaissance des christlichen Europas in nicht zu verachtendem Maasse geltend machte: dass die grossen Denker der Kirche sich schon im 13. Jahrhunderte

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