Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 48 (1904)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1904)
- Article
- Die Einführung des Hebräischen in Wittenberg
- Date
- 1904-01-01
- Page
- Seite 27 (sequence 6)
- Language
- German
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Die Einführnng des Hebräischen in Wittenberg. 27 promulgierte1), dessen Motivierung schon der Papsts Ciemens V. ganz ähnlich ist. »Auf den Spuren Jesu Christi und aus christlicher Liebe«, so beginnt das Dekret, »strebt die heilige Synode darnach, dass alle die evangelische Wahrheit erkennen und nach deren Erkennung darin verharren. Daher, um die Juden und andere Ungläubige zum orthodoxen Glauben zu bekehren, hat sie die folgenden heilsamen Bestimmungen getroffen. Zunächst, dass alle Diözesanen (Bischöfe) einige in den göttlichen Wissenschäften gut unterrichtete Männer einigemal im Jahre nach solchen Orten senden, wo Juden oder andere Ungläubige leben, um zu predigen und so die Wahrheit des katholisehen Glaubens darzulegen, dass die Ungläubigen, die zuhören, bald imstande sind, ihrelrrtümerzu erkennen. Zu diesen Predigten sollen die Gläubigen bei Strafe der Untersagung des Handels oder durch andere dazu geeignete Mittel die Ungläubigen jedes Geschlechts und von verständigem Alter zu erscheinen anhalten. Damit aber solche Predigt dadurch fruchtbarer sei, dass die Predigenden Übung in den Sprachen haben, schreiben wir vor, dass nach aller Möglichkeit die von dem Konzil von Vienne erlassene Bestimmung, wonach je zwei Lehrer an den dort bezeichneten Orten die hebräische, arabische, griechische und chaldäische Sprache lehren sollen, innegehalten werde. Und damit dies um so wirkungsvoller beobachtet werde, wollen wir, dass zu dem andern, was die Rektoren der Universitäten bei der Übernahme des Rektorats schwören, auch das hinzugefügt werde, dass sie sich Mühe geben werden, dass diese Be- Stimmung beobachtet werde. Es sollen auch in den Konzilien der Provinzen, in denen solche Hochschulen liegen, alle Anordnungen getroffen werden, dass den Männern, die die genannten Sprachen lehren werden, die entsprechenden Gehälter zugewiesen werden«. P Conciliorum tomus trigesimus, Concilium Basiliese, Paris 1644, 158.