Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 48 (1904)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1904)
- Article
- Die Einführung des Hebräischen in Wittenberg
- Date
- 1904-01-01
- Page
- Seite 25 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/2829132-2829776-2829778-2845871--32487-2845911- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Die Einführung des Hebräischen in Wittenberg. 25 der Sprachen besitzen, deren sich die Ungläubigen besonders bedienen, Überfluss habe, die die Ungläubigen selbst verstehen und imstande sind, sie in den heiligen Einrichtungen zu unterweisen und der Gemeinschaft der Christgläubigen durch die Lehre des christlichen Glaubens und die Annahme der heiligen Taufe zuzugesellen. Damit nun die Geläufigkeit in solchen Sprachen in geeigneter Weise durch wirksamen Unterricht erlangt werden könne, bestimmen wir unter Billigung dieses heiligen Konzils, dass Lehrstühle (scholae) für die weiter unter genannten Sprachen dort, wo die römische Kurie ihren Sitz haben wird1), an der Pariser und Oxforder, an der Bologneser und an der Universität zu Salamanca (in Deutschland gab es damals noch keine Universität) zu errichten sind, sodass an jedem der Orte katholische Männer gehalten werden, die genügende Kenntnis der hebräischen, (griechischen) arabischen und chaldäischen Sprache haben, und zwar je zwei in jeder der Sprachen Geübte, die an den erwähnten Orten Vorlesungen halten und Bücher aus den Sprachen in das Lateinische treulich übertragen und andere diese Sprachen sorgsam lehren und deren Geläufigkeit jenen durch eifrige Unterweisung beibringen, damit sie mit Gottes Hilfe, in den Sprachen wohl belehrt und unterrichtet, die erhofften Früchte hervorbringen und den Glauben unter die ungläubigen Völker verbreiten können.« Die Fortführung und Erweiterung dieser Bestrebungen übernahm der schismatische avenionische Papst B ene di kt X11L (Pedro de Luna). Er hat in seiner spaniscben Heimat die Bekehrung der Juden in grossem Stil aufgenommen2); es standen ihm dabei getaufte Juden, besonders der schriftgelehrte Geronimo de Santa Fe, l) D. h. in Avignon oder in Rom. Das Konzil zu Vienne fiel in den Anfang des »babylonischen Exils« der Päpste in Avignon. 5) Hierzu H. Qraetz Geschichte der Juden VIII®, 112 f.