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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1904-01-01 · Heft 1 (Januar 1904) · p. Seite 24

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
48 (1904)
Issue
Heft 1 (Januar 1904)
Article
Die Einführung des Hebräischen in Wittenberg
Date
1904-01-01
Page
Seite 24 (sequence 3)
Language
German
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24 Die Einführung des Hebräischen in Wittenberg. Trotz .der immer gewichtiger werdenden Geltung des kanonischen Rechts geriet schliesslich das Postulat der 'Dekrete so in Vergessenheit, dass den spätscholastischen Theologen ein Rütteln am Text der Übersetzung des heiligen Hieronymus auf Grund von sprachlichen Bedenken, wie wir noch hören werden, fast als Ketzerei erschien. Der letzte nachweisliche Repräsentant der kanonischen Satzungen und der kritischen Richtung Ly ras war der Bacharacher Pfarrer Wienand von Stegen im Luxenburgischen, der zur Zeit des Basler Konzils lebte und seine Kenntnisse im Hebräischen wohl den Bacharacher Juden verdankte. Johannes Trithemius, der gelehrte Abt von Sponheim, kannte von ihm aus eigener Anschauung1), als im Jahre 1440 vollendet, Vier Bücher über die Bücher des Alten Testaments der Hebräer und das speziellere Werk, Fünf Bücher über die fünf Bücher Mosis. »In his Omnibus«, sagt Trithemius, »nostra (d. h. Latina) exemplaria confert Hebraicis et, in quibus dissonent, ostendit« Noch als Lyra lebte, öffnete sich ein anderer Anweg für das Studium des Hebräischen durch die Christen, indem das Konzil zu Vienne von 1311 seine Aufmerksamkeit der Bekehrung der Juden vermittelst ihrer eigenen Sprache zuwendete. Seine Acta sind zwar nicht erhalten, aber die wichtigsten Beschlüsse hat Papst Clemens V. in Avignon in seine Constitutiones, die als siebentes Buch den Dekretalien angehängt werden sollten, übernommen. Er verordnete im ersten Titel des fünften Buches Kapitel I, De magistris2), in seiner Eigenschaft als Nachfolger Christi: »Daher streben wir eifrig darnach, dass die heilige Kirche an katholischen Männern, die die Kenntnis ג) Johannes Trithemius, Catalogus illustrium virorum, Opera (Frankfurt 1601), I, 156: Winandus de Stega. 2) Aem. Friedberg, Corpus iuris canonici II, 1179. Man beachte Note 7.

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