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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1904-01-01 · Heft 1 (Januar 1904) · p. Seite 14

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
48 (1904)
Issue
Heft 1 (Januar 1904)
Article
Die Errichtung von Lehrstühlen für Ethik und Religionsphilosophie an den jüdisch-theologischen Lehranstalten
Date
1904-01-01
Page
Seite 14 (sequence 13)
Language
German
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14 Die Errichtung von Lehrstühlen für Ethik u. Religionsphilosophie. Maasstab suchen und zu finden glauben. Das wird so kommen, so gewiss die. reine sittliche Kultur und die geistige Klärung im Fortschreiten sind. Zu diesem Fortschritt aber hat unsere Religion, wie sie es allezeit bewährt hat, einen unentbehrlichen, unersetzliehen Beitrag zu leisten. Die Urkraft unserer Gottesidee und ihr unlösbarer Zusammenhang mit der Sittenlehre muss darum aber viel lebendiger wieder unter uns werden. Es kann nicht m Abrede gestellt werden, dass selbst bei Solchen, welche den Abfall verachten, und welche von dem Kulturwert, den unsere Religion gehabt habe, überzeugt sind, dennoch eine freidenkerische Schlaffheit über die Bedeutung der Gottesidee sich ausgebreitet hat. Man hält sich an dem Gedanken fest, dass die jüdische Sittenlehre der christlichen an Kulturwert zum mindesten nicht nachstehe; und dass es daher schimpflich sei, Diejenigen zu verlassen, mit denen man durch eine Jahrhunderte lange Gemeinschaft des Geistes und des. Leidens verbunden ist. Man hält es für schimpflich, das Vorurteil und den Hass Derer durch Abfall und Uebertritt zu bestärken und scheinbar zu bestätigen, welche den sittlichen Wert des Judentums verleumden, und das Recht der Juden an der vaterländischen Kultur verkümmern. Aber weiter möchte man in der Anhänglichkeit an das Judentum nicht gehen; die sittliche Unerschöpflichkeit und daher die Unablösbarkeit der jüdischen Gottesidee erkennt man nicht; für sie hat man das Interesse verloren; ihr gegenüber glaubt man sich auf den Standpunkt der Ethik zu erheben, wenn man sie fallen lässt. Aus dieser Stimmung, welche weite Kreise unter uns ergriffen hat, erwächst unserer eigenen Glaubensgemeinde eine schwere Gefahr; und diese Gefahr greift in die allgemeine Kultur hinüber. Der Vorgang des Breslauer Chemikers auf der diesjährigen Naturforscher-Versammlung hat

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