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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1904-01-01 · Heft 1 (Januar 1904) · p. Seite 11

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
48 (1904)
Issue
Heft 1 (Januar 1904)
Article
Die Errichtung von Lehrstühlen für Ethik und Religionsphilosophie an den jüdisch-theologischen Lehranstalten
Date
1904-01-01
Page
Seite 11 (sequence 10)
Language
German
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D ie Errichtung von Lehrstühlen für Ethik u. Religionsphilosophie.!! Ueberzeugung durchdrungen scheint, dass es eine höhere und festere Sittlichkeit nicht geben könne, als die, welche durch den reinen Monotheismus begründet wird; und dass in diesem das Judentum dem Christentum ein für allemal überlegen sei. Unsere Philosophen des Mittelalters haben sich jedoch ihre Aufgabe nicht so leicht gemacht; sie haben mit dem Islam, wie mit dem Christentum sich gemessen; und sie haben es an Mut und Deutlichkeit nicht fehlen lassen, wo sie die Differenzen formulirten, und die Consequenzen zogen. Man glaube nur ja nicht, dass eine solche Kritik der christlichen Glaubenslehren eine Verschärfung der ohnehin schon so grossen Spannungen, Gegensätze und Abneiguugen unausweichlich herbeiführen müsse. Das ist keineswegs die notwendige Folge. Wenn nur in einer wahrhaft wissenschaftlichen Tiefe, wie sie durch schulmässige, gründliche philosophische Behandlung bedingt ist, die Kritik der Probleme versucht wird, so wird die Fremdheit und gar die Feindschaft allmählich ganz von selbst in Verständniss, Befreundung und Sympathie übergehen. Das sachliche Urteil wird dadurch um so bestimmter und sicherer, je mehr es von der dunkeln Begleitung der Affecte befreit wird. Das ist ja überall in der Literatur der Segen einer vergleichenden Forschung, dass die Gegensätze ihre groben, äusserlichen Pointen verlieren, dafür aber die tieferen, feineren Motive in begrifflicher Schärfe zur Bestimmung gebracht werden. Der Unterschied in den Religionen besteht in der verschiedenen Bestimmung der Gottesidee; aus ihr ent• springen die sittlichen Differenzen, insoweit sie sich in Bezug auf die Begründung der Sittlichkeit in den Religionen ausprägen. In der Gottesidee ist der Wider- Spruch zwischen Judentum und Christen•■ tum unversöhnlich. Die jüdische Gottesidee hat zu ihrem

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