Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 47 (1903)
- Issue
- Heft 1
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1903-01-01
- Page
- Seite 95 (sequence 7)
- Language
- German
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Besprechung. 95 Fragments) wird jeder Andere nur ersehen, wie verschieden dieser Henoch-Metatron vom Phiionischen Logos ist, Dass der Motatron von Hause aus keine Copie des Logos ist, zeigt auch seine Verbindung mit dem Erzengel Michael, dom im rabbinisehen Sehriftthum oft dieselben Funktionen beigelegt werden wie dem Motatron. Die Gestalt dieses Engels hat sicherlich hingst in der Anschauung des Judenthums existiert, bevor in Alexandria dio Logoslehro auftauchte. Das Verhältnis liegt natürlich gerade nmgekohrt als wie es derVerf. darstellt : manche Züge in der Gestalt des Erzengels Michaol, wie die Funktion eines Hohenpriesters und Vermittlers und Fürsprechers der Menschen bei Gott, sind von Philo übernommen und für die!Schilderung des Logos benutzt wordon. Schliesslich idontificiert der Verf. auch noch den Mossias mit dem Logos; denn, so dekretiert er, ״der Gedanke eines personiticiorten gottähnlichen Messias ... ist durchaus alexandrinisch״ (S. 74). Einen. Bewois habe ich in seinon Auseinandersetzungen vergebens gesucht. Bei Philo lindet sich keine Stelle, die auf eino Verbindung des Logos mit dom Messias hindoutete. Am Schlüsse dieses Capitels spricht der Verf. in der ihm eigenen Art, alles zu übertreiben, von den argen Verwüstungen, dio dio Logoslohre innerhalb des palästinischen Judenthums ungerichtet habe, da Viele ebenso wie Philo den Logos als einen zweiten Gott botraehteten, ihn als solchen verehrten und anbeteton. Gegen eine solche Auffassung muss ich aufs entschiedenste protestieren; Philo (oder irgend ein gleichdenkender Alexandriner) hat ebonso wenig oine zweite Gottheit angebetot, wie man das von einem frommen Juden-behaupten könnto, der vom Engel Gottes spricht. Eine derartige Behauptung kann nur jemand wagen, der nicht weiss, mit welchem Eifer Philo den monotheistisclien Gedanken des Judenthums verteidigt und den heidnischen Polytheismus bekämpft. 3. Cap. Die M i n i m. Das Wort מינים will der Verf. von den מעיני ם abloiten, in deren Gebiet (im südlichen Arabien) die Simeoniten nach 1 Chron. 4, 41 eingewandort sind; מעינים oder מינים (LXX ■Yhvaloi) habe man später dio Simeoniten genannt, weil dieser Haine in Palästina verpönt war. Diese Minder oder Simeoniten sollen, wie der Vorf. auf Grund einer dunklen Talmud stelle vormuthot, auf einer Anhöhe dos Gebirges Seir einen Tempel gehabt haben, wo 8io ihre nur nach dem Lauf der Sonne berechneten Feste feierten, wie im Jubiläonbuche vorgeschrieben ist, im vollsten Gegensatz zu der in Palästina geltenden Kalenderberechnung nach dem Mondumlauf. Uebor die hior vom Verf. geübte Conjekturalkritik enthalte ich mich jedes Urteils, da sie sich auf alttestamentlichem und rein talmudischom Gebiete bewogt. Uns berührt nur die Frage : was hat das Alles mit der angeblichen Abhängigkeit der talmudischon Agada von der alexandrinischon Philosophie zu thun? Der Verf. iladet die Brücke mit Leichtigkeit durch eine weitere , Conjektur: die Simeoniten oder Minder hatten für ihren Kalender ihre ״ägyptischen Autoritäten, mit denen sie, da sie Alexandria sehr nabe waren (?J, in regem Verkehr und inniger Verbindung standen ... Die Alexandiinor suchten dieser Zeitrechnung auch noch dadurch Macht und Autorität zu verleihen, indem sie dieselbe als eine von ihrem Logqs und später von Henoch selbst eingesetzte bezeichneten und daher als eine uralte Institution, ausgaben“ (S. 14S f.). Und weiter erfahren wir in einem Zwischensatz, dass zu den Simeoniten ״sich später auch ein