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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1903-01-01 · Heft 1 · p. Seite 94

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
47 (1903)
Issue
Heft 1
Article
[Rezension]
Date
1903-01-01
Page
Seite 94 (sequence 6)
Language
German
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94 Besprechung. Tage geschaffen wurde (de opif. mundi § 29). an welchem nach seiner Erklärung überhaupt nur die intellegible Welt (6 xq7׳je.o; voyito;) entstand; und das (ideelle) Licht ist nach ihm nicht selbst der Logos, 8011dern wie bereits bemerkt, ein Abbild des Logos und ein Theil des y.67»J.o; vor,76c, der in seiner Gesammtheit mit dom göttlichen Logos identisch ist. Die kosmogonische Theorie» die in dem erwähnten Midrasch in Anlehnung an Psalm 104, 2 (עוטה אור כשלמה נוטה שמיס כיריעה) entwickelt wird, hat. mit der Phiionischen Lehre nicht das Geringste zu .thun, der Bibelvers Psalm 104, 2 kommt bei Philo überhaupt nicht vor. — Nicht anders steht es mit der Theorie des Verfassers, dass der Metateron, der im rabbinischen Schrifttum die Bolle des obersten Engels einnimmt, mit einem angeblichen zweiten Logos Philo’s identisch sein soll. Dass Philo ,.zweierlei Logoae“ (sic!), unterscheide, liest er aus zwei Philo-־' stellen heraus (S. 48), die er wiederum völlig missverstanden hat; in beiden ist von der menschlichen Seele oder der menschlichen Vernunft (/.60״ך;) die Bade, die Philo in Parallele setzt zum göttlichen Xovo;, vom ideellen Adam oder dem Urmenschen, den der Verf. hier hineinbringt, steht bei Philo nichts. Den Phiionischen £v»)־pt07w0; votjtoc, den er auf diese Weise zum zweiten Logos erhoben JUac, identificiert er nun weiter mit dem!אדם קדמו dos Talmuds, der in der That in manchen Zügen an den Philouischen Idealmenschen erinnert; ihm aber doch nicht völlig entspricht (was W. verkennt), da er ־ durch den Sündenfall zum sinnlichen Menschen herabsinkt, also mit diesem eins ist, während bei Philo der avO־p(0~o; vo74to; von dom aiaO׳־/iT0g (Adam) verschieden ist. Da Adam, so spinnt der Verf. seinen Baden weiter, durch den Sündenfall seine Logo^funktion eingebüsst hat, musste ein anderer sie übernehmen, und das ist Henoch. Zwar hat dieser den umgekehrten Process durchgemacht, indem er von einem sinnlichen Menschen zu einer kleinen Gottheit erhoben wurde, — aber das beirrt unsern Verf. nicht weiter. Der ״von den Alexandrinern״ zum (zweiten) Logos an Stelle Adams erhobene Henoch heisst im rabbinischen Schrifttum Metateron. Das soll die Etymologie dos Wortes beweisen, die bekanntlich •den Gelehrten die grössten Schwierigkeiten bereitet. Bür unsern Autor existieren diese Schwierigkeiten nicht, or ignoriert alle bisherigen Erklärungsversuche und greift auf einen Einfall Itappoport’s zurück : aus dem in der LXX 1 Mos. 5, 24 für לקח von Henoch gebrauchten Ausdruck jj.sTST£1bi so kl (da man ת und ד oft verwechselte) ein Substantiv [מטטדי gebildet und daraus . durch Verwechslung dos ד mit dem ר und durch Verlängerung des י endlich מטטרון geworden sein! (Diese ״ingeniöse״ Etymologie scheint der Verl, merkwürdiger Weise am Schlusso seines Buches ganz vergessen zu haben, denn S. 275 lesen wir: ״ . . . Metatroa, ein Name, der soviel wie Wegweiser bedeutet‘", wobei auf eine Stelle dos Nachmanides verwiesen wird). Ich brauche . kein Wort darüber zu verlieren, dass von Alldem, was der Verf. .hier der ״alexandrinischen Agada“ . zuschreibt, bei den Alexandrinern, d. h. bei Philo, nicht das Geringste zu linden ist. Das ganze. .Gebäude ruht ausschliesslich auf der im Eingang bereits erwähnten Behauptung, dass das Buch Henoch ein Produkt der aiexandrinischen Schule sein ׳.soll. Auch aus der von ihm (S.55f.) angeführten Stelle des Henoch-Buches (nicht des äthiopischen oder griechischen, sondern eines, späten hebräischon

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