Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 47 (1903)
- Issue
- Heft 1
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1903-01-01
- Page
- Seite 92 (sequence 4)
- Language
- German
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92 Besprechung, Gottes, . . . ein Abglanz des ewigen (göttlichen) Lichts“ (nicht ״das scheinende Licht der Welt*, wie W. übersetzt). Dass in IX, 8 die Platonische Ideenlehre enthalten sei, ist eine unberechtigte Auffassung: die cxTlyr, ipy. (*?,v TCp07VT01p.a7׳ac d7r’ ap^f;: ״das heilige Zelt, das Du Dir von Urbeginn errichtet hast״), als deren Abbild der Tempel in Jerusalem bezeichnet wird, ist der Himmel als Wohnstätte Gottes. Der Satz (und oben so die entsprechenden Midraschstollen) ist nur eine Er• liiuterung und Weiterbildung von 2 Mos. 25, 9. 40.26, 30. Sap. XVIII, 15/16 ist 6 77avT0<5uv7.u.6; *70') 7,dyo; nicht der Phiionische Logos, sondern wie IX, 1, XVI, 12 und in kanonischen Büchern des A. T. das rhetorisch personilicierte Wort Gottes ^vgl. Glimm z. d. St.). l)io Schilderung in V. 16 scheint aus der Schilderung des Pestengels in 1 Chron. 21, 16 entlehnt zu sein, die ganze Vorstellung ist also durchaus palästinisch; vielleicht ist gar Xovo; an unserer Stelle eine spätere Aenderung für das uxspiüngliche dvysXo;. Hör Verf. erkennt hier natürlich den Phiionischen Lo״os, die Stelle ist für ihn ein Beweis, dass di© ״alexandrinisebe“ Logoslohre lange vor Philo in Alexandrien ausgebildet war. Ich will noch beiläufig bemerken, dass Philo, wo er von der Tötung der Erslgeboronen in Aegypten spricht, niemals den Logos erwähnt. 2. Cap. Die Logoslehre in der Aga da. Die Meinung, die sich in dem Vorf. festgesetzt hat, ist gleich in den Worten ausgedrückt: r . . . thatsächlich sind alle Ideen im talmudischen Sehriifttum über die Engel sowie über den Metatron, der die Stelle der Urgottheit (oic) zuweilen vertritt, nichts anderes als eine genaue und ]vräcise Nachahmung der Phiionischen Logoslehre in allen ihren Go- .staltungon und Erscheinungen“ (S. 30). Gegen diese kühne Behauptung braucht mir daran erinnert zu werden, dass die Angolologie, deren Anhinge ja schon im A. T. vorliegen, durch den Einfluss des Parsismus ihre weitere Ausbildung zuerst in Babylonien und dann in Palästina erfahren hat und in ihrer ganzen Ausdehnung nicht nur im Talmud erscheint, sondern auch in Apokryphen, die vor Philo und in Palästina entstanden sind. Um solche Thatsachen kümmert sich der Verf. nicht, er sieht durchaus in den מלאכי השרת eine Copie der Phiionischen Xovoi, während Philo selbst ausdrücklich sagt (z. B. de confus. ling.'§ 174), dass die oder Xoyot, die nach seiner Theorie die Luft bevölkern, ״in der heiligen Schrift“ Engel genannt zu werden pflegen, woraus klar hervorgeht, dass Philo nur die im Judentum längst bestehende und seinen Lesern aus der Bibel bekannte Vorstellung von den Engeln als Dienern Gottes benutzt, um daran seine Lehre von deu göttlichen Kräften oder Xoyoi zu erläutern und sie als übereinstimmend mit der heiligen Schrift hinzustellen. Weiter glaubt der Vorf., dass.der Begriff eines göttlichen Abglanzes, der Begriff der שכינה, kein palästinensisches Erzeugnis ist, sondern von Alexandria aus dorthin verpflanzt wurde (S. 37): dieser Abglanz sei das am ersten Schöpfungstage geschaffene Licht und dieses Licht sei nichts anderes als die <jQ<pta der ״Weisheit Salomo1 stt und der Philonische Logos« Es würde zii weit führen, wollte ich auf alle Stellen eiugehen, aus denen der Verf. dies herausinterpretiert. Ich v/ill nur an zwei Stellen, die er selbst für sehr bedeutsam hält, einer Philo- und einer Midrasch-Stelle, die Art Reiner Beweisführung darlegen. Die Philo-Stelle, in der er den Gedanken (Urlicht= Logos) ״klar und präois“ ausgesprochen