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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1903-01-01 · Heft 1 · p. Seite 91

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
47 (1903)
Issue
Heft 1
Article
[Rezension]
Date
1903-01-01
Page
Seite 91 (sequence 3)
Language
German
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Besprechung. Ul den alexandrinischon Juden sehr beliebt uml geheiligt war״. Solcher Art sind die Beweise, mit welchen der Vorf. operiert, als wiiron es feststehende Thatsachen (S. 246 ist von der Angolologio die Rede, ״die ja bekanntlich in Alexandria ihrer. Ursprung'hat“). Hand in Hand mit dieser Leichtfertigkeit im Aufstellon von Behauptungen geht eine uugezügelte Sucht, aus einem einzelnen Wort die weitgehendsten Folgerungen zu ziehen, woboi es gewöhnlich ohne MisverständniHae oder ungenaue Interpretation der Quellen nicht abgeht. Dazu wird der Lesor aufs unangenehmste berührt durch die in den heftigsten Ausdrücken sich ergehende Art, wie der Yorf. über Porsonen und Meinungen, die der Geschichte angehören, abzuurteilen sich erlaubt: sollte man einen Ausdruck wie ״die After-Philosophio, wie sie im Timaeus niodergelegt ist“ (S. 255) oder wie ״diese wahnsinnige Idee (von den Mittelwesen) bildete . . . das Fundament der ganzen jüdisch-aloxnndrinischen Schule‘' (S. 274) in einem wissenschaftlichen Buche überhaupt für möglich halten? Es ist schwer, einem so gearteten Buche gegenüber den rechten Standpunkt der ' Beurteilung zu gewinnen; denn häutig muss sich der Kritiker fragen : kann hier von einor Diskussion mit dem Vorf überhaupt die Rede sein? Ich habe darum auch geschwankt, ob ich mich nicht mit dieser kurzen Charakterisierung dos Werkes begnügen soll. Aber mit Rücksicht auf die Wichtigkeit des Gegenstandes habe ich dem Wunscho der Rodaktion, gonauor auf den Inhalt des Buches ein/.ugohen, «achgoben zu müssen geglaubt. 1. Cap. Die alexandriniache geschichtliche Agada. Nachdem der Verf. ausgeführt hat, dass die ״Weisheit Salomo’s“ wie alle Pseudographen (80 für Pseudepigraphen!) in Aegypten entstanden und lange vor Philo verfasst ist, weil dort die coC'iaals ideelle göttliche Kraft erscheint‘, während bei Philo der Logos ״als eine vollendete Persönlichkeit dasteht״, fährt er fort (S. 13): ״Aus diesem (?) Grunde müssen wir auch den in dem Buche der Weisheit enthaltenen agadischen Ueberlieforungen und den sonstigen geschichtlichen Ausschmückungen ein viel höheres Alter als dom Talmud beilegen, da zu jener Zeit wohl kaum eine Spur selbst von einer Mischnah, wie sie uns jetzt vorliegt, wahrzunehmon sein dürfte״. Daher sollen die im Talmud vorkommenden agadischen Erzählungen, die mit dem Buche der Weisheit überein stimmen, Copien dieses Buches, aioxandrinische Agada, sein. Es braucht eigentlich kaum bemerkt zu werden, auf wie schwachen Füssen diese Schlussfolgerung ruht. Es ist zu bekannt und sollte auch dem Verf. bekannt sein, dass der palästinische Midrasch, speziell der geschichtliche Midrasch, in sehr frühe /.eit zurückgeht: wird doch schon in den Büchern der Chronik ein Midrasch erwähnt (2 Chron. 13, 22. 24, 27). Demnach können sehr wohl umgekehrt die agadischen Züge im Buche der Weisheit aus dem palästinischen Midrasch geschöpft sein. Dies gilt thatsächlich von einigen der vom Verf. für seine Theorie angeführten Stellen, an denen eine gewisse Aehnlichkeit vorhanden zu sein scheint, wie Pap. Sal. II, 23/24. IV, 10. IX, 8. XVI, 5—7. 20/21. XVII, 2. 17. XVIII, 4/5. XIX, 7. Wir haben es hier durchweg mit Erläuterungen und Ausschmückungen von Bibelstelien zu thun, wie sie im palästinischen Midrasch ganz gewöhnlich sind. Keine Aehnlichkeit finde ich zwischen Sap. Sal. VII 25 und der vom Verf. angeführten Midrasch stelle (Genes. Rabba 2), wo er überdies die griechischen Worte falsch übersetzt; sie besagen: ״die Weisheit ist ein Hauch des Allmächtigen und eia reiner Ausfluss (Ausstrahlung) der Herrlichkeit

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