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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1903-01-01 · Heft 1 · p. Seite 62

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
47 (1903)
Issue
Heft 1
Article
Die Vorlesungen Ad. Harnacks über das Wesen des Christenthums
Date
1903-01-01
Page
Seite 62 (sequence 10)
Language
German
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(32 1}io Vorlesungen Harr.aeka über das Wesou des Christo nth ums. Zeitbe w usstsein entsprach. Aber durch sie erhob sich Jesus vollständig zum göttlichen Wesen, das vom Anfang aller Dinge an, bei seinem ״Vater“ gewesen war und nur kurze Zeit menschliche Gestalt angenommen hatte. Und ihm trat sodann der ״heilige Geist־״ zur Seite, ursprünglich gleich־ falls ein jüdischer Begriff, die Bezeichnung dessen, was als eine göttliche Kraft die Propheten erfüllt. In den Evangelien des Matthäus und Lucas tritt er bereits in einer greifbaren Erscheinungsform auf und gestaltet sich allrnählig zu dem in den Gläubigen wirkenden Geiste Gottes. In dieser allmählichen Entwickelung bildete sich das Dogma von der Dreieinigkeit heraus unter heftigen Kämpfen, bei denen die Anhänger desselben die christlichen״ Vertheidiger des Monotheismus oder der göttlichen Monarchie, wie sie es nannten, des Judaismus beschuldigten und der Kirchenvater Tortullian erklärte, dass der Glaube an die Di eieinigkeit der wesentliche Unterschied zwischen Christenthum und Judenthum sei1). Vom vierten Jahrhundert ab wurde er sodann die herrschende Lehre des Christentums. 3Jm Zusammen h ungc mit d e r L e h r e von de 1־ Menschwerdung Gottes erfuhr auch die Anschauung vom Menschen selbst eine Umgestaltung. Für den Glauben, dass ein ״Gottes Sohn“, oder ein ״Gott“ menschliche Gestalt annahm und den Tod erlitt, um die Welt von ihren Sünden zu befreien und ihr Erlöser zu werden, ist notliwendige Voraussetzung die Annahme, dass die Menschen an und für sich dem Büßen verfallen* zum Guten vollständig unfähig seien und sich die Verzeihung ihrer Sünden nicht selbst erwirken könnten. Diese Abnahme wurde in der Tkat eine Lehre der Kirche. Sie knüpfte an die biblische Erzählung an, dass Gott den ersten Menschen verbot, von der Frucht der Erkenntniss des Guter» und des Bösen zu essen. Indem Adam und Eva dieses Verbot ׳übertraten, haben sie damit über sich und gber ihre Nachkommen den Tod und die Sündhaftigkeit gebracht, ״welche zum ewigen Tode alle diejenigen verdammt, die nicht durch Taufe und heiligen Geist wiedergeboren* werden“2). Darunter, sind auch die kleinen Kinder, sofern sie ungetauft sterben, inbegriffen.. .; ־ i ־־י, ־ Dem Alten Testamente ist diese Lehre von .der .״Erbsünde“ durchaus fremd, Tn seiner Erzählung wird, dem so- >1• ׳) Bei Strauss I, 4SI. - . ״) Confessio Augustana P. 1. Art. 2. Bei Strauss. a40 ״ ,

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