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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1903-01-01 · Heft 1 · p. Seite 60

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
47 (1903)
Issue
Heft 1
Article
Die Vorlesungen Ad. Harnacks über das Wesen des Christenthums
Date
1903-01-01
Page
Seite 60 (sequence 8)
Language
German
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60 Die Vorlesungen Harnacks über das Wesen des Chri&1eu111־UQi3. wandeln heisst gütig und barmherzig gegen die Menschen sein1). 2. Eine Aenderung in diesem von Jesus einfach der Lehre des Judenthums entnommenen Gottes begriffe trat aber allmählig ein in Folge der Auffassung Jesu als des ״Sohnes Gottes*־׳. Die von ihm selbst gegebene messianische Deutung dieses Wortes als die eines mit göttlichen Gaben ausgestatteten ״Herrn“, brachte es bereits mit sich, dass Jesus in das Gebet . ״Vaterunser“ sich selbst nicht mit eingeschloss e 11, sondern es nur seinen Jüngern vorgeschrieben hat2). Zwischen diesen und sich selbst zieht er eine scharfe Grenze, indem er nie zusammenfassend Gott ״unsern Vater“ nennt, sondern in genauer Unterscheidung von ihrem Vater im Himmel spricht, während er von sich stets mit besonderer Betonung sagt: ״m ein V a t e r“3). Immerhin haben seine Jünger und die ersten Geschlechter nach denselben in ihm noch eine menschliche, nicht aber eine schlechthin göttliche Persönlichkeit erblickt und auch im Glauben an seine Auferstehung ihm nur zugeschrieben, was man bereits von Johannes geglaubt hatte4). Anders wurde es, als durch die Wirksamkeit des Paulus Heiden sich in steigender Zahl dem Christenthum zuwandten. Sie nahmen •die Verkündigung von Jesus als ״Gottes Sohn“ in der ihnen gewohnten mythologischen Vorstellung auf, ״Dem Griechen“, sagt Dairaan5) ״ist es nicht eigenen derWeise wie der Hebräer, das Wort ״Sohn“ als Bezeichnung einer grossen Mannichfaltigkeit von Beziehungen zu verwenden, er wird stets geneigt sein, 6 öto; toü tfsoö im eigentlichsten Sinne zu nehmen“. Danach gestalteten sich die verschiedenartigen Erzählungen von der Geburt und der Vorgeschichte Jesu. Während das älteste Evangelium, dasjenige des Marcus, mit der Taufe Jesu durch Johannes beginnt, von seiner wunderbaren Geburt aber nichts berichtet, beginnen die späteren Evangelien des Matthäus und Lucas mit der Erzählung seiner Geburt von einer Jungfrau, die gesegnet war vom heiligen J) III. B. M. 19, 2. Talm.b. Sota 14 a. Siphre §49 V. B. M. 10,.22, 8j Holzmann, Lehrbuch der neutestamentlicher Theologie I, 268 * und Dalman a. a. 0. 156 u. 230 ff. *) Matth. 7, 21 ff. 10, 32 ff. 12, 50. 15, 13. 16, 17. 27. 18, 10. 19. 35. 21, 37. 4) Matth. 14, 2. 0) a. a. 0. 236.

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